Das Ziel meiner Forschungsarbeit besteht darin zu prüfen, inwieweit in kurzer Zeit ein Sprachniveau erreicht werden kann, das letztlich zur Gesprächstherapie ausreicht. Doch wann reicht ein Sprachniveau aus? Was macht Sprachniveau überhaupt aus? Nach welchen Kriterien lässt sich Sprachniveau bemessen und wie lassen sich diese formalisieren? Die Frage nach der Erreichung eines adäquaten Sprachniveaus zieht wesentlich grundlegendere Fragen nach sich, die für eine möglichst adäquate Beantwortung der Ursprungsfrage geklärt werden müssen.
Als allgemeinpsychologisch orientierter Psychologe muss für mich diese Frage sogar sehr grundlegend beantwortet werden. Daher komme ich nicht daran vorbei mich grundsätzliche Fragen der Beschaffenheit der Psyche zu stellen. Was ist eigentlich die Psyche? Die Psy-Theorie von Dietrich Dörner versucht sich dieser Frage anzunäheren indem Dörner versucht eine Psyche nachzubauen. Nun denn:
Woraus besteht eigentlich unser Gehirn? Aus sogenannten Neuronen. Neuronen sind grundsätzlich einmal eine recht langweilie Sache, denn sie können unterm Strich nicht mehr als zu-Feuern oder eben Nicht-zu-Feuern (verschiedene Komplexitäten dahinter seien hier mal dahin gestellt). Sie stellen damit ein binäres System dar mit folgenden möglichen Ausprägungen: 1 - Feuern oder 0 - Nicht-Feuern. Diese langweiligen beiden Zustände können jedoch in der Kombination vieler Neuronen beachtliches vollbringen. Wer das jetzt nicht glaubt, muss nur an Computer denken und was diese alles tolles darstellen können. Alles was du hier siehst, alles was dein Computer macht geht auch auf ein binäres 1 - 0 System zurück: Bestimmte Teilchen im Prozessor sind an, oder aus. Sie feuern, oder feuern nicht. Aus diesem 1 - 0 System lässt sich im Prinzip alles darstellen, da die logischen Operatoren UND, ODER und NICHT darstellbar sind. Hierfür muss man schlicht und ergreifend mehrere Neuronen miteinander verbinden und diese sich gegenseitig aktivieren bzw. deaktivieren lassen:
- Ein UND-Neuron lässt sich dann aktivieren, wenn mehreren mit ihm verbundenen Neuronen GLEICHZEITIG Signale eingehen, d.h. die verbundenen Neuronen feuern alle gleichzeitig auf das UND-Neuron.
- Ein ODER-Neuron lässt sich dann aktivieren, wenn mindestens eines von mehreren verbundenen Neuronen auf es schießt.
- Ein NICHT-Neuron lässt sich dann aktivieren, wenn ein oder mehere mit ihm verbundene Neuronen nicht schießen. Das lässt sich zum Beispiel verwirklichen, in dem die Neuronen, die nicht schießen dürfen nicht direkt mit dem NICHT-Neuron verbunden sind, sondern vermittelt durch ein anderes Neuron, das immer schießt, außer es wird durch ein anderes Neuron deaktiviert.
Nun zurück zur Sprache. Unser Gehirn erkennt Wörter auf Basis des Feuerns- oder Nicht-Feuerns von Neuronen. Das funktioniert wie folgt: Wenn wir Sprechen senden wir Laute aus. Diese Laute werden von unseren Ohren empfangen. Es gibt im Gehirn nun Neuronen, die immer dann Feuern, wenn ein bestimmter Laut empfangen wird. Damit erkennt das Gehirn: "Aha! Dieser Laut ist gerade da." Wenn nun das Neuron aktiviert ist das auf "A" reagiert UND das Neuron das auf "H" reagiert UND noch ein Neuron das auf "A" reagiert, dann können diese das "Aha"-Neuron aktivieren und damit wissen wir das Aha gesagt wurde. Das Gehirn hat abspeichert, dass ein A, ein H und ein A zusammen ein AHA sind. Wird wieder AHA gesagt, wird das erkannt. (Wie das Speichern genau funktioniert ist ein anderes Thema, das tatsächlich gar nicht so schwierig ist! Doch dazu vielleicht ein anderes Mal.) In der Kombination und Verbindung vieler solcher UND, ODER und NICHT Verbindungen lässt sich ein System kreiieren, das Wörter und Grammatik repräsentiert.
Was hat die neurologische Repräsentation nun mit der Frage zu tun wann ein Sprachniveau reicht? Die Frage der Repräsentation bringt uns der Frage näher, was denn überhaupt als Kriterium infrage kommt. Unsere Neuronen können Korrelationen darstellen/repräsentieren. Wenn X UND/ODER/NICHT Y vorhanden sind DANN wird Z auch da sein (oder neurologisch gesehen: wenn X UND/ODER/NICHT Y feuert, dann feuert Z auch). Das heißt letztlich das sich Unterschiede im Sprachniveau darauf zurückführen lassen inwiefern bestimmte Korrelationen und Zusammenhänge mit den vorhanden Repräsentationen(Wörtern & Grammatik) dargestellt werden können, oder eben nicht. Hieraus lässt sich auch ableiten, dass es nicht absolut auf Quantität (also je mehr Wörter desto besser) ankommt, sondern auf das vorhanden sein BESTIMMTER Wörter, BESTIMMTER Grammatik ankommt, eben derartige Wörter und Grammatik, die die Repräsentation und die Darstellung von Zusammenhängen über das bisherige Ausmaß hinaus verbessern.
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Mittwoch, 6. März 2019
Sonntag, 9. November 2014
Weitere Schritte in der Wissenschaft: Forschungspraktikum in der Allgemeinen Psychologie
Diesen Sommer stand das Pflichtpraktkum im Bachelorstudium an. Bedingt durch meine Forschungsinteresse habe ich mir hierfür ein Praktikum an der Universität ausgesucht. Zur Auswahl standen für mich die Fachbereiche Sozialpsychologie und Allgemeine Psychologie, die Sozialpsychologie aufgrund meiner Interesse an Gruppen und die Allgemeine Psychologie, weil sie die Grundlagen der Grundlagenfächer bereit hält. Die Entscheidung viel eher zufällig, da sich die Möglichkeit in der Allgemeinen Psychologie schneller bot.
Nun, wie war das nun mit dem Bewerbungsprozess? Letztendlich bin ich in die Sprechstunde meines Professors gegangen und habe ihn gefragt, ob man ein Praktikum machen kann. Er informierte sich bei seinen Kollegen, ich wurde noch einmal kurz im Plenum der Allgemeinen Psychologie befragt und schon hatte ich meinen Platz.
Ich unterstützte nun einen Dozenten bei seiner Forschung. Ihn selbst kannte ich bereits von einer Vertiefungsveranstaltung zur Kognitionspsychologie. Thema der Forschung war "Second Condition Order Learning": Hierbei tauchen auf dem Monitor Punkte an verschiedenen Positionen auf, mithilfe der letzten beiden Positionen lässt sich die nächste Position ermitteln. Was hier sehr trocken klingt, ist es in der Tat auch. Es dauerte auch eine Weile bis ich genau verstand, worum es eigentlich ging.
Anfangs beschäftigte ich mich mit Literaturrecherche. Allgemeinpsychologische Texte gehören zu den anspruchsvolleren Texten in der Psychologie. Schwierig wird es gerade bei einem Thema, dass man sich nicht wirklich gut vorstellen kann. Dass die Literatur auf Englisch war, machte es zugegeben nicht gerade angenehmer sich hier durchzuarbeiten. Die meiste Zeit war ich nur damit beschäftigt mich zu fragen, wovon zur Hölle diese Artikel genau handeln und wo sich die verschiedenen Artikel jetzt unterscheiden. Rückblickend lässt sich festhalten, dass ich erst nachdem ich die Studie geplant hatte verstand, worum es ging.
Der nächste Schritt, die Planung der Studie, war wesentlich angenehmer und bereitete mir auch viel Spaß. Zunächst musste ich mich in das Programm "E-Prime" einarbeiten. E-Prime ist ein Programm zur Erstellung von Experimenten auf dem PC. Man kann hierbei verschiedenes Stimulusmaterial(Bilder, Töne, Videos, etc.) einbauen und hunderte von Einstellungen vornehmen. Für sehr anspruchsvolle Experimente existiert zudem die Möglichkeit mithilfe von Programmiersprache(E-Basic) Modifikationen vorzunehmen.
Ich erstellte nun das Experiment und lernte, worauf es in der Programmierung an kam: Es geht nicht nur darum, dass alles flüssig läuft, sondern auch um die richtige Anordnung, darum die richtigen Variablen zu verwenden, man muss auf den Output achten, da man sonst letztendlich nicht die richtigen Daten bekommt, um die Studie so auszuwerten, wie man möchte.
Bei der Durchführung der Studie fungierte ich als Versuchsleiter. Menschen zuzusehen, wie sie vor dem PC sitzen und sehr anstrengende Tasks bearbeiten ist weniger unterhaltsam, wie man glaubt. Da wir jedoch mithilfe von IAPS eine bestimmte Stimmung induzierten, konnte man immerhin ein wenig Veränderung bei den jeweiligen Probanden von außen feststellen(angewiderte Gesichter, Verzweiflung, etc.). Die Durchführung verlief letztendlich ohne große Probleme. Probanden gab es genug, da mein Dozent die Studenten aus seinen LVs gewinnen konnte.
Dann kam die Auswertung: Die Studie umfasste 15 Blöcke mit jeweils 72 Trials, bei 72 Probanden sind das fast 78.000 Trials, die es zu auswerten gab. Zunächst musste der Datensatz aufbereitet werden, um ihn überhaupt verwenden zu können. Ich saß sehr lange Zeit vor SPSS und überlegte, wie ich bestimmte Variablen erstellen konnte und Ausreißer eliminieren. Mithilfe des Internets, meinen bis dato grundlegenden SPSS Kenntnissen und der Hilfe von einem Dozenten gelang es mir den Datensatz durchzuarbeiten.
Unsere Hypothese, dass die induzierte Stimmung einen Einfluss auf eine bestimmte Art von Fehlern hatte, ließ sich fürs erste nicht bestätigen. Aktuell wird die Hypothese mithilfe einer anderen Methode noch einmal geprüft - und bisher wurden auch nur schlecht gelaunte Probanden mit neutral gelaunten Probanden vergleichen, dass sich die Hypothese doch noch wenigstens teilweise bestätigen lässt, ist also noch möglich.
Nun: Was lässt sich festhalten zu meinem Praktikum? Ich habe sehr viele wichtige Erfahrungen gesammelt bezüglich was Wissenschaft bedeutet, wie man rangeht, was sich umsetzen lässt, etc. Bei der Auswertung merkte ich auch, dass ich bestimmte Dinge hätte besser antizipieren müssen, sodass die Auswertung leichter vonstatten geht. Ich habe festgestellt, dass auch ein fürs erste wenig spannend klingendes Thema in der Ausführung und Erforschung spannend werden kann.
Und das wichtigste: Das Praktikum hat mich in meinem Wunsch danach Forschung zu betreiben bestätigt. Es hat Spaß gemacht und wird auch noch eine Weile bestand meines Studiums bleiben.
Die Studie möchte mein Dozent bei einem Kongress einreichen, zu dem ich ihn begleiten kann, falls die Studie angenommen wird. Weiterhin wird mein Name im Artikel erscheinen, sodass ich meine erste Publikation erreicht habe. Meinem Dozenten kann ich nur Wertschätzung entgegebenbringen, da er ein freundlicher, kompetenter und wertschätzender Mensch ist.
Ich bin nun also Wissenschaftler. Es bleibt spannend, wie sich meine weiterer Weg gestalten wird.
Nun, wie war das nun mit dem Bewerbungsprozess? Letztendlich bin ich in die Sprechstunde meines Professors gegangen und habe ihn gefragt, ob man ein Praktikum machen kann. Er informierte sich bei seinen Kollegen, ich wurde noch einmal kurz im Plenum der Allgemeinen Psychologie befragt und schon hatte ich meinen Platz.
Ich unterstützte nun einen Dozenten bei seiner Forschung. Ihn selbst kannte ich bereits von einer Vertiefungsveranstaltung zur Kognitionspsychologie. Thema der Forschung war "Second Condition Order Learning": Hierbei tauchen auf dem Monitor Punkte an verschiedenen Positionen auf, mithilfe der letzten beiden Positionen lässt sich die nächste Position ermitteln. Was hier sehr trocken klingt, ist es in der Tat auch. Es dauerte auch eine Weile bis ich genau verstand, worum es eigentlich ging.
Anfangs beschäftigte ich mich mit Literaturrecherche. Allgemeinpsychologische Texte gehören zu den anspruchsvolleren Texten in der Psychologie. Schwierig wird es gerade bei einem Thema, dass man sich nicht wirklich gut vorstellen kann. Dass die Literatur auf Englisch war, machte es zugegeben nicht gerade angenehmer sich hier durchzuarbeiten. Die meiste Zeit war ich nur damit beschäftigt mich zu fragen, wovon zur Hölle diese Artikel genau handeln und wo sich die verschiedenen Artikel jetzt unterscheiden. Rückblickend lässt sich festhalten, dass ich erst nachdem ich die Studie geplant hatte verstand, worum es ging.
Der nächste Schritt, die Planung der Studie, war wesentlich angenehmer und bereitete mir auch viel Spaß. Zunächst musste ich mich in das Programm "E-Prime" einarbeiten. E-Prime ist ein Programm zur Erstellung von Experimenten auf dem PC. Man kann hierbei verschiedenes Stimulusmaterial(Bilder, Töne, Videos, etc.) einbauen und hunderte von Einstellungen vornehmen. Für sehr anspruchsvolle Experimente existiert zudem die Möglichkeit mithilfe von Programmiersprache(E-Basic) Modifikationen vorzunehmen.
Ich erstellte nun das Experiment und lernte, worauf es in der Programmierung an kam: Es geht nicht nur darum, dass alles flüssig läuft, sondern auch um die richtige Anordnung, darum die richtigen Variablen zu verwenden, man muss auf den Output achten, da man sonst letztendlich nicht die richtigen Daten bekommt, um die Studie so auszuwerten, wie man möchte.
Bei der Durchführung der Studie fungierte ich als Versuchsleiter. Menschen zuzusehen, wie sie vor dem PC sitzen und sehr anstrengende Tasks bearbeiten ist weniger unterhaltsam, wie man glaubt. Da wir jedoch mithilfe von IAPS eine bestimmte Stimmung induzierten, konnte man immerhin ein wenig Veränderung bei den jeweiligen Probanden von außen feststellen(angewiderte Gesichter, Verzweiflung, etc.). Die Durchführung verlief letztendlich ohne große Probleme. Probanden gab es genug, da mein Dozent die Studenten aus seinen LVs gewinnen konnte.
Dann kam die Auswertung: Die Studie umfasste 15 Blöcke mit jeweils 72 Trials, bei 72 Probanden sind das fast 78.000 Trials, die es zu auswerten gab. Zunächst musste der Datensatz aufbereitet werden, um ihn überhaupt verwenden zu können. Ich saß sehr lange Zeit vor SPSS und überlegte, wie ich bestimmte Variablen erstellen konnte und Ausreißer eliminieren. Mithilfe des Internets, meinen bis dato grundlegenden SPSS Kenntnissen und der Hilfe von einem Dozenten gelang es mir den Datensatz durchzuarbeiten.
Unsere Hypothese, dass die induzierte Stimmung einen Einfluss auf eine bestimmte Art von Fehlern hatte, ließ sich fürs erste nicht bestätigen. Aktuell wird die Hypothese mithilfe einer anderen Methode noch einmal geprüft - und bisher wurden auch nur schlecht gelaunte Probanden mit neutral gelaunten Probanden vergleichen, dass sich die Hypothese doch noch wenigstens teilweise bestätigen lässt, ist also noch möglich.
Nun: Was lässt sich festhalten zu meinem Praktikum? Ich habe sehr viele wichtige Erfahrungen gesammelt bezüglich was Wissenschaft bedeutet, wie man rangeht, was sich umsetzen lässt, etc. Bei der Auswertung merkte ich auch, dass ich bestimmte Dinge hätte besser antizipieren müssen, sodass die Auswertung leichter vonstatten geht. Ich habe festgestellt, dass auch ein fürs erste wenig spannend klingendes Thema in der Ausführung und Erforschung spannend werden kann.
Und das wichtigste: Das Praktikum hat mich in meinem Wunsch danach Forschung zu betreiben bestätigt. Es hat Spaß gemacht und wird auch noch eine Weile bestand meines Studiums bleiben.
Die Studie möchte mein Dozent bei einem Kongress einreichen, zu dem ich ihn begleiten kann, falls die Studie angenommen wird. Weiterhin wird mein Name im Artikel erscheinen, sodass ich meine erste Publikation erreicht habe. Meinem Dozenten kann ich nur Wertschätzung entgegebenbringen, da er ein freundlicher, kompetenter und wertschätzender Mensch ist.
Ich bin nun also Wissenschaftler. Es bleibt spannend, wie sich meine weiterer Weg gestalten wird.
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Donnerstag, 16. Januar 2014
Erste Schritte in der Wissenschaft
Das empirisch-experimentelle Seminar war nun im dritten Semster die zweite Lehrveranstaltung, in der "geforscht" wurde. Es ging darum in einer Gruppe eine selbstgewählte Fragestellung empirisch zu überprüfen. Meine Gruppe bestand aus 5 Männern, mit denen ich wenig bis keinen Kontakt hatte bis zu diesem Zeitpunkt.
Unsere Fragestellung drehte sich um den zeitlichen Verfall des Flow-Zustandes. Flow meint einen Zustand, der durch eine Versunkenheit in der Tätigkeit gekennzeichnet ist, in welchem "alles wie von selbst geht". Er tritt dann auf, wenn eine Passung zwischen den Anforderungen der Tätigkeit und den eigenen Fähigkeiten vorliegt. Der Flow-Zustand ist sehr mit der Tätigkeit verbunden, d.h. er kann nur auftreten, wenn man etwas tut. Misst man Flow, so unterbricht man den Flow-Zustand - weshalb der Flow-Wert geringer ausfallen sollte.
Auf diesen beiden Tatsachen baute unsere Haupthypothese auf: Eine Zeit lang nach der Tätigkeit sollte der Flowwert siginifikant gefallen sein, allerdings immernoch höher sein, als hätte man diese Tätigkeit nicht ausgeführt. Höher deshalb, weil Flow, gemessen mit der Flow-Kurzskala (FKS) aus Absorbiertheit (in der Situation versunken sein) und Glatter Verlauf (alles geht von selbst) besteht. Wir nahmen an, dass der Glatte Verlauf stärker mit der Tätigkeit verbunden ist und daher schnell nach dem Abbrechen einer Tätigkeit verschwindet. Die Absorbierheit sollte allerdings anhalten.
Um unsere Hypothese zu testen, mussten wir eine geeignete Stichprobe finden. Zunächst haben wir uns für Skifahrer entschieden, da man sie in den Alpen praktisch unendlich antrifft. Die Störvarialben(das sind Faktoren, die die Ergebnisse einer Studie verfälschen können) für eine Studie auf der Skipiste waren allerdings unerwartet hoch (Alkoholiserung der Skifahrer, unterschiedlich langer Aufenthalt, unterschiedliche Fähgikeiten, etc.), sodass wir unsere Studie auf ein "leichteres" Feld verschoben haben: Schwimmer.
In unserer Studie haben wir den Flow-Wert dreimal getestet: vor dem Schwimmen, während dem Schwimmen und nach dem Duschen. Die Durchführung der Studie ging recht leicht von der Hand, jedoch hatten wir wenige Probanden und ein Proband fehlte in der dritten Runde.
Unser Ergebnis war zunächst bitter: Keine signifikanten Unterschiede. Nachdem wir den Probanden, der in der dritten Runde fehlte, wenigstens für die ersten beiden Flowmessungen herangezogen haben, hatten wir immerhin einen signifiaknten Unterschied zwischen diesen beiden Flowmessungen. Unsere zentrale Hypothese des Flow-Zerfalls ließ sich aber auch mit keinerlei statistischen Spielerien im Ansatz signifikant machen. Anders wie erwartet, nahm der Glatte Verlauf mit Tätigkeitsbeendigung nicht ab, sondern war auch noch nach dem Duschen messbar.
Weshalb das so ist? Darüber müssen wir noch nachdenken und mutmaßen.
Das Seminar an sich hat mich jedenfalls nicht von der wissenschaftlichen Arbeit abgeschreckt, ganz im Gegenteil: Etwas zu erforschen, die Daten durchzuackern, Ergebnisse zu erklären, daraus schlusszufolgern macht immens Spaß.
Interessant ist auch der Aspekt der Gruppenarbeit: 5 Personen reichen locker aus, um eine Verantwortungsdifussion(man fühlt sich in Gruppen nicht verantwortlich, etwas zu tun) zu erzeugen. Aus diesem und auch Gründen unterschiedlich hoher Motivation für das Seminar musste jemand die Gruppenführung übernehmen. In unsere Gruppe gab es letztendlich zwei "Anführer", ich war einer davon. Ich hatte jedoch den Eindruck, dass ich selbst einen stärkeren Führungsanspruch hatte. Wer weiß, ob da in mir ein ausgeprägtes Machtmotiv schlummert.
Unsere Fragestellung drehte sich um den zeitlichen Verfall des Flow-Zustandes. Flow meint einen Zustand, der durch eine Versunkenheit in der Tätigkeit gekennzeichnet ist, in welchem "alles wie von selbst geht". Er tritt dann auf, wenn eine Passung zwischen den Anforderungen der Tätigkeit und den eigenen Fähigkeiten vorliegt. Der Flow-Zustand ist sehr mit der Tätigkeit verbunden, d.h. er kann nur auftreten, wenn man etwas tut. Misst man Flow, so unterbricht man den Flow-Zustand - weshalb der Flow-Wert geringer ausfallen sollte.
Auf diesen beiden Tatsachen baute unsere Haupthypothese auf: Eine Zeit lang nach der Tätigkeit sollte der Flowwert siginifikant gefallen sein, allerdings immernoch höher sein, als hätte man diese Tätigkeit nicht ausgeführt. Höher deshalb, weil Flow, gemessen mit der Flow-Kurzskala (FKS) aus Absorbiertheit (in der Situation versunken sein) und Glatter Verlauf (alles geht von selbst) besteht. Wir nahmen an, dass der Glatte Verlauf stärker mit der Tätigkeit verbunden ist und daher schnell nach dem Abbrechen einer Tätigkeit verschwindet. Die Absorbierheit sollte allerdings anhalten.
Um unsere Hypothese zu testen, mussten wir eine geeignete Stichprobe finden. Zunächst haben wir uns für Skifahrer entschieden, da man sie in den Alpen praktisch unendlich antrifft. Die Störvarialben(das sind Faktoren, die die Ergebnisse einer Studie verfälschen können) für eine Studie auf der Skipiste waren allerdings unerwartet hoch (Alkoholiserung der Skifahrer, unterschiedlich langer Aufenthalt, unterschiedliche Fähgikeiten, etc.), sodass wir unsere Studie auf ein "leichteres" Feld verschoben haben: Schwimmer.
In unserer Studie haben wir den Flow-Wert dreimal getestet: vor dem Schwimmen, während dem Schwimmen und nach dem Duschen. Die Durchführung der Studie ging recht leicht von der Hand, jedoch hatten wir wenige Probanden und ein Proband fehlte in der dritten Runde.
Unser Ergebnis war zunächst bitter: Keine signifikanten Unterschiede. Nachdem wir den Probanden, der in der dritten Runde fehlte, wenigstens für die ersten beiden Flowmessungen herangezogen haben, hatten wir immerhin einen signifiaknten Unterschied zwischen diesen beiden Flowmessungen. Unsere zentrale Hypothese des Flow-Zerfalls ließ sich aber auch mit keinerlei statistischen Spielerien im Ansatz signifikant machen. Anders wie erwartet, nahm der Glatte Verlauf mit Tätigkeitsbeendigung nicht ab, sondern war auch noch nach dem Duschen messbar.
Weshalb das so ist? Darüber müssen wir noch nachdenken und mutmaßen.
Das Seminar an sich hat mich jedenfalls nicht von der wissenschaftlichen Arbeit abgeschreckt, ganz im Gegenteil: Etwas zu erforschen, die Daten durchzuackern, Ergebnisse zu erklären, daraus schlusszufolgern macht immens Spaß.
Interessant ist auch der Aspekt der Gruppenarbeit: 5 Personen reichen locker aus, um eine Verantwortungsdifussion(man fühlt sich in Gruppen nicht verantwortlich, etwas zu tun) zu erzeugen. Aus diesem und auch Gründen unterschiedlich hoher Motivation für das Seminar musste jemand die Gruppenführung übernehmen. In unsere Gruppe gab es letztendlich zwei "Anführer", ich war einer davon. Ich hatte jedoch den Eindruck, dass ich selbst einen stärkeren Führungsanspruch hatte. Wer weiß, ob da in mir ein ausgeprägtes Machtmotiv schlummert.
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