Sonntag, 26. April 2015

Das ungenutzte Potential der studentischen Macht

Studenten zetteln Revolutionen an. Zumindest lernt man das so.
Warum tun wir das dann eigentlich nicht mehr?

Gründe gäbe es genug:

Grund 1: Bafög.
Das Bafög ist ein Witz. Knapp 600 Euro sollen laut der Regierung ausreichen, um als Student zu leben. 600 Euro. In welcher Studentenstadt kommt man schon gut mit 600 Euro zurecht? Theoretisch ist das Bafög ja dazu gedacht auch Lehrmittel, wie Bücher zu kaufen. Bei Mietpreisen von 350 Euro oder mehr kann man da nur lachen. Es sind sage und schreibe 225 Euro für die Miete vorgesehen.
In welcher Stadt kann man bitte für 225 Euro leben ohne in einer 10 m² Baracke zu leben?
Und v.a. in welcher Stadt kann man das großflächig?

Und da sind wir auch schon bein nächsten Grund.

Grund 2: Mietpreise.
Es ist abartig was man für eine Wohnung zahlen muss. Ich selbst mag in Innsbruck wohnen, das allgemein ein teures Pflaster ist, aber dieses Problem gibt es ja auch über all anders. Es kann doch nicht sein, dass 2/3 des Geldes, das man zur Verfügung hat schon weg sind, wenn man gerade einmal seine Warmmiete, Internet und GIS(GEZ)-Gebühren gezahlt hat. Es soll einmal eine Zeit gegeben haben, in der Staaten sozialen Wohnungsbau betrieben haben. Warum tut man das denn heute nicht mehr großflächig? Warum verkauft man Wohnungen Privatleute? Staatliche/städtische Wohnungen müssen doch eine wunderbare Einnahmequelle sein.

Grund 3: Masterzugang.
Ein Bachelor ist ein Witz. Ich bin nun kurz dem Ende des Bachelor in Psychologie und habe einen Scheiß für die Anwendung gelernt. Logischerweise. Schließlich muss man erst einmal Grundlagen haben, bevor man sie anwenden kann. Doch ich brauche den Master, um arbeiten zu können. Da gibts keine Ausrede. Es kann nicht sein, dass man auch bei Masterbewerbungen Schnitte von 1,5 braucht. Und man selbst ist dann wieder der Gearschte, der seinen Abschluss jahrelang hinausziehen muss. Die Gesellschaft dankt es einem mit dem schönen Wort "Schmarotzer".

Es gibt natürlich noch viele weitere Gründe auf die Straße zu gehen und zu demonstrieren, zu protestieren, Steine auf den Bundestag zu werfen. Doch warum tun wir es nicht? Sind wir zu "zivilisiert"? Haben wir Angst? Wir sind immerhin 2,6 Mio. Menschen. Knapp 3 % der Gesellschaft. Mit Unterstützung von Schülern und Azubis können wir locker in den Bundstag einziehen.

Warum tun wir es nicht? Warum ziehen wir nicht auf die Straße und schreien den Frust hinaus? Warum nutzen wir nicht die Macht die wir haben? Wir sind viele. Wir sind die Zukunft. Sind wir zu faul oder zu unmotiviert? Woran liegt es, dass wir so unmotiviert sind?

Samstag, 25. April 2015

Es fehlt Europa

Politisch interessiert zu sein, bedeutet sich mit seiner Welt auseinanderzusetzen.

Europa ist Realität. Mag es auch viele gerade ältere Mitbürger geben, die in der Vergangenheit leben, so ist es unbestreitbar. Was schert noch was in Berlin passiert oder in Athen? Wir leben in einem riesigen gemeinsamen Land. Dieses Land mag seine kulturellen Unterschiede haben, doch uns verbindet vieles: die Vergangenheit - die Geschichte, die Gegenwart - die Wirtschaft, die Zukunft - der Klimawandel, um nur drei Beispiele zu nennen.

Es gibt kaum lokale Krisen mehr. Alle wichtigen Krisen sind globale, internationale Krisen: Klimawandel, demografischer Wandel, Ressourenmangel, Wirtschaftskrisen, etc.. Lokal zu denken ist oft Fehl am Platz und dennoch so verbreitet. Es fehlt an europäischen Meinungsmachern.

Die bewusste und zielgerichtete Manipulation der Verhaltensweisen und Einstellungen der Massen ist wesentlicher Bestandteil demokratischer Gesellschaften. Der erste Satz aus der deutschsprachigen Version von Edward Bernays Buch "Propaganda" spricht wahre Worte. Heute gibt es kaum noch große Autoriäten, die die Meinung bilden. Es gibt Organisationen, Zeitungen, politsche Parteien, Lobbys, und viele weiteren, die zur Meinungsbildung da sind. Und es ist nötig. Ohne breitflächige Meinungen und Einstellungen gibt es keine Richtung, keinen Weg.

Und hier sind wir bei einem grundsätzlichen Problem Europas. Es gibt kaum solche europäischen Meinungsmacher. Und die die es gibt kennt kaum wer. Wir sind so beschäftigt mit unseren nationalen Gedanken, dass wir das europäische nicht sehen. Wir sind so damit beschäftigt lokale Interessen zu vertreten, dass wir die Macht die wir haben könnten nicht sehen.

Europa ist eine wahnsinnige Möglichkeit der Gestaltung. Die Macht über die Wirtschaft ist uns abhandengekommen als die Globalisierung immer größer wurde. Ein Gesetz, das in Berlin beschlossen wird, in London aber keine Gültigkeit trägt, wirkt nur begrenzt. Es wirkt nur in einem begrenzten Raum, der dank freien Grenzen und gemeinsamer Währung locker umgangen werden kann. Was wir brauchen sind globale Kontrollmöglichkeiten.

Es wirkt schon etwas verdreht, dass wir global leben, aber lokal regieren. Wir jungen Menschen sollten es als unsere Aufgabe sehen das zu verändern, ehe es zu spät ist. Wir brauchen nicht "Mehr Europa", wir brauchen Anerkennung von Realität. Wir müssen uns der Realität stellen, politisch sein.

Oft wird mir gesagt, wir sind noch weit weg von den Vereinigten Staaten Europas, doch das sind wir nicht. Es existiert bereits eine Generation Europäer und wir werden immer älter und einflussreicher. Die alte Generation wird und muss vertrieben werden. Wir müssen das tun, was für uns angebracht ist und das ist Europa.

Wir brauchen europäische Zeitungen, die unsere europäischen Blick bilden und schärfen.
Wir brauchen eine europäische Regierung, die die Nationalität in die Schranken weist.
Wir brauchen eine europäische Öffentlichkeit, die sich endlich um die globalen Krisen kümmert.

Probleme muss man an den Ebenen angehen, in denen sie sich befinden. Und diese Ebene ist global.

Sonntag, 29. März 2015

Ist Bewusstsein ein brauchbares Konstrukt für die Psychologie?

Bewusstsein. Ein Begriff, ein Konstrukt mit vielen Bedeutungen: Wach sein, etwas wissen, wissen dass man existiert, etc.. In der Psychologie ist Bewusstsein ein viel benutzter Begriff. Schon Freud redete von Bewusst und unbewusst und auch noch vorbewusst. Heute hat Bewusstsein viel mit Aufmerksamkeit zu tun, wird teilweise mit ihr gleichgesetzt und ist trotzdem etwas anderes viel zentraleres.

Bewusstsein ist vor allem ein Begriff, der uns von anderen Wesen unterscheidet. Wir haben Bewusstsein. Tiere haben kein Bewusstsein. Bewusstsein macht uns zu etwas besonderem. Und das obwohl wir uns nicht einmal einig darüber sind worüber wir reden oder auch wie man Bewusstsein messen sollte. Der Rouge-Test? Setzt voraus, dass man sehen kann oder zumindest gut genug sehen kann. Dass ein Tier den Rouge-Test nicht besteht heißt noch lange nicht, dass es kein "Bewusstsein" besitzt - schließlich ist es doch wach, weiß sicherlich auch den Aufmerksamkeitsaspekt erfüllt er sicherlich locker.

Tiere müssen beweisen etwas zu haben, von dem wir selbst nicht beweisen können, dass wir es haben oder es überhaupt existent ist. Ist Bewusstsein also überhaupt ein Begriff und ein Konstrukt das der Psychologie dienlich ist? Ich wage es zu bezweifeln. Die Vorstellung des Bewusstseins ist mehr der verzweiflte Griff danach etwas besonderes zu sein, dass Körper und Geist zwei unterschiedliche Dinge sind und wir Menschen eine Seele besitzen und damit über dem seelenlosen, instinktiven Tieren stehen.

Auch die Unterscheidung bewusst/unbewusst ist lächerlich. Wo zieht man die Grenze? Bewusst und unbewusst sind allerhöchstens die beiden Extrempunkte einer Skala und selbst hierfür brauchen sie eine eindeutigere Definition. Wir spielen mit Begriffen, die wir nicht verstehen und sehen sie als unverzichtbar an.

In der Wissenschaft sollte man sich vom Konstrukt des Bewusstseins verabschieden. Es bringt uns nicht weiter, es hält uns nur auf. Das Bewusstsein ist ein Konstrukt, das älter ist wie die Psychologie und das wir nun zu fassen versuchen, obwohl wir es besser wissen. Unsere Bedürfnisse unseren "Geist" zu beschreiben können wir mit einem anderen Wort befrieden: Erleben. Psychologie ist die Wissenschaft vom Verhalten und Erleben und eben nicht vom Verhalten und dem Bewusstsein.

Mittwoch, 11. Februar 2015

X verändert das Gehirn.

Immer und immer wieder lese ich in Zeitungen und Zeitschriften folgendes: "Blabla verändert das Gehirn" "bei blabla zeigen sich Veränderungen im Gehirn", etc.. Wenn sich etwas im Gehirn tut, wenn man bei einer Studie noch ein Bild des Gehirns präsentiert, dann kann man sich der Aufmerksamkeit sicher sein. Wie eine Dozentin von mir vor einer Weile bemerkte, gehört es schon einfach dazu noch ein Bild vom Gehirn zu zeigen, damit die Forschung wichtig wirkt.

Veränderungen im Gehirn lösen eine Faszination aus, als ob es etwas Göttliches wäre. Doch was soll sich denn sonst verändern? Was ist bitte besonders daran, dass sich Veränderungen im Gehirn zeigen? Diese Faszination zeigt, wie stark der Glaube an den Dualismus Körper/Geist verbreitet ist. Es ist als ob Körper und Geist immernoch etwas komplett unterschiedliches sei. Man kann sich wohl nicht eingestehen, dass es da nichts magisches, nichts übernatürliches gibt dort in unserem Geist.

Unser "Geist" und unser Gehirn sind dasselbe. Unsere Gedanken, unser Bewusstsein, sind nicht mehr als Hirnprozesse. Wenn man sich etwas merkt, dann verändert sich das Gehirn strukturell, um es wiederabrufbar zu machen. Noch mal: Geist und Gehirn sind nur zwei unterschiedliche Betrachtungsebenen ein und derselben Sache. Da ist nicht mehr. Da ist nichts Heiliges, nichts Magisches, nichts darüber hinaus.

Natürlich verändert sich etwas im Gehirn, wenn wir eine Kognitive Verhaltenstherapie absolvieren. Wo denn auch sonst? Wieso sollten keine "Änderungen" im Gehirn sichtbar werden? Wenn wir das Gehirn als Denk-, Handels-, Steuerzentrale ansehen, dann kann sich auch nur dort eine Veränderungen ebene jener Dinge(des Denkens, etc.) widerspiegeln.

Es ist fraglich, wie lange es dauern wird, bis der Mensch diesen Sachverhalt wirklich verinnerlicht hat, wirklich verstanden hat. Man verneint dadurch nicht die Ebene des Geistes, man raubt ihr lediglich ihre unabhängige Existenz. Wir brauchen zum Verständnis des Menschen verschiedene Ebenen, aber dennoch ist es wichtig sich in den Kopf zu rufen, dass es nur verschiedene Ebenen ein und derselben Sache sind. Gerade als Psychologie, Hirnforscher, Biologe, Neurowissenschaftler, etc. sollte es einen nicht vom Hocker reißen, wenn Veränderungen im Gehirn sichtbar werden. Das ist nichts besonderes, es ist völlig normal, wie der Tod am Ende des Lebens.

Montag, 5. Januar 2015

Positive Psychologie: Die "Everything is possible"-Sekte

Positive Psychologie ist eine Subkultur der Psychologie. Sie möchte eine Wissenschaft für den normalen Menschen im Alltag sein. Das Kernanliegen ist es, dass mehr auf die positiven Aspekte des Menschen geachtet wird, dass man seine Stärken fördert und zur Prävention von psychischen Störungen beiträgt.

An und für sich ist die Idee der Positiven Psychologie nicht schlecht. Die klassische "Psychologie" - zumindest stereotypisch - beschäftigt sich sehr viel mit Störungen. Wie entfernt man Störungen vom Menschen. Es geht darum, dass negative wegzubekommen, nicht aber das positive auszubauen. Die Menschen ihre persönlichen Stärken zu schulen und damit die Welt ein wenig besser zu machen ist sicherlich erstrebenswert. Die Verbesserung der gesellschaftlichen Bedingungen ist sogar ein ethischer Grundsatz der Psychologie.

Interessant sind hierbei z.b. das Undoing-Potenial: Durch das Erleben positiver Gefühle werden negative Gefühle schneller neutralisiert. Erlebt man häufig genug positive Gefühle kommt es zu einer Aufmerksamkeitserweiterung (Broaden-and-built Theory) und man kümmert sich um Ressourcen, die einem in Zukunft gut tun. Letztendlich erzeugt man somit eine Aufwärtspirale, bei dem es einem nach und nach immer besser geht.

Es gibt viele gute Ansätze, z.B. das sogenannte Flow-Erleben: Kommt es in einer Tätigkeit zu einer Passung zwischen Anforderung und Fähigkeit, so erlebt man diese Tätigkeit als zeitlos und super. Flow-Erleben führt zu guten Gefühlen und ist ein guter Ansatz für die Arbeitsoptimierung.

Es gibt allerdings zwei entscheidende Probleme, die die Positive Psychologie hat: Das erste sind neurotische Menschen und das andere der Kapitalismus.

Wer sucht im Internet nach Möglichkeiten, wie es einem besser geht? Natürlich nicht der funktioniernde Normalbürger, schließlich geht es ihm ja halbwegs gut. Neurotische, psychisch kranke Personen suchen nach Mitteln sich besser zu fühlen. Solche Menschen brauche aber Therapien und keine Anleitungen zum "noch glücklicher sein". Solche Menschen können eben nicht adäquat mit Methoden zur Glücksteigerung umgehen, eben weil sie psychisch krank sind. Das ist ja gerade der Kern einer psychischen Erkrankung: Man ist unfähig sich adäquat zu verhalten, unfähig Dinge normal zu sehen, unfähig funktional zu sein. Hier führen solche Methoden nur zu einer einzigen Sache: eine noch tiefere Depression.

Der Kapitalismus ist das sogar noch wichtigere Problem: Wir leben in einer Gesellschaft in der es um Maximierung und Profit geht. Glück und Liebe sind die Religionen unserer Zeit. Sie sollen einfach alles bringen: Sinn, ein gutes Leben, Gummibären, die vom Himmel fallen. Der Kaptialismus verkauft die Ideen der Positiven Psychologie und zeigt eben nicht ihre Grenzen auf. Glück scheint einmal machbar: Man muss es nur stark genug versuchen, man muss sich nur anstrengen und genug investieren und irgendwann werden alle Menschen glücklich sein.

Bullshit!

Schlechte Gefühle, Negativität gehört zum Leben dazu und ist höchst funktional. Das Streben nach Glück kann fast nur im Unglück enden. Ein leistungsgetrimmter Mensch, der darunter leidet, dass er leistungsgetrimmt ist, wird nicht dadurch glücklicher, dass er versucht möglichst viel für sein Glück zu leisten. Leid gehört zum Mensch-sein dazu. Es wird niemals eine perfekte Welt geben, in der niemand leiden muss, in der es allen immer super gut geht. Unser Körper ist nicht einmal dafür gemacht.

Zum Abschluss soll noch gesagt werden: Es gibt zwei grundlegenden Motivationssysteme im Körper: ein Annäherungs und ein vermeidendes System. Das vermeindene System wird immer da sein. Positive dinge und negative Dinge sind biologisch. Das wird nicht weg gehen und es ist auch wichtig. Wenn wir keine negativen Gefühle mehr empfinden können, sind wir schneller alle tot, als ein Stuhl in China umfällt.

Daher: Weg von der positiven Psychologie. Weg von einer Zentrierung des Guten. Wer nur nach Glück strebt, wird unglücklich sein.

Freitag, 2. Januar 2015

Studentischer Jahresrückblick: Jahr 2 im Bachelor

Nun schreiben wir das Jahr 2015. Das fünfte Semester nähert sich dem Ende und ich nähere mich dem Ende das Bachelors. Die Erhebungen für die Bachelorarbeit haben schon begonnen und es ist Zeit für einen Rückblick. Wie haben sich meine Ansichten verändert? Was fasziniert mich? Wohin will ich in der Psychologie?

Persönlichkeit/Identität:
Im Studium werden einen zahlreiche Persönlichkeitstheorien herangetragen und man merkt, dass es nicht so etwas wie die ultimative-alleserklärende Persönlichkeitstheorie gibt. Das Instanzenmodell von Freud ist nett, aber erklärt kaum etwas. Es kommt immer auf den Zweck des Modells an. Die Big 5 sind interessant, wenn es um reines neutrales beschreiben geht. Zur Verhaltensvorhersage sind Gruppenmodelle/Situatonsmodelle interessant. Wenn es um die Beschäftigung mit der eigenen Persönlichkeit geht, dann scheint die Patchwork-Persönlichkeit passend zu sein. Zusammengefasst: Kein Thema, bei dem man eine endgültige Meinung vertreten könnte.

Genderdebatte:
Männer und Frauen unterscheiden sich geringfügig. Die Unterschiede innerhalb der Männerschaft und der Frauen sind gewaltig größer als zwischen den Geschlechtern. Man neigt jedoch dazu, bestimmte Stereotypen beim anderen Geschlecht zu bevorzugen. Männer haben sich nach außen orientiert zu verhalten, Frauen sollen mehr über Gefühle reden. Die Unterschiede sind erwünscht. Geschlecht ist und bleibt wohl eine zentrale Kategorie im menschlichen Leben.

Leib-Seele-Problem:
Der Geist, das Bewusstsein, wird vom Gehirn erzeugt. Die Trennung zwischen Körper und Geist erscheint uns natürlich und ist auch zweckdienlich in der Forschung, in der Therapie und auch im Alltag. Auch wenn das Bewusstsein letztendlich nur eine Produktion unserer Zellen ist, nicht mehr als elektrische Impulse im Gehirn, lässt es sich nicht auf biochemische Reaktionen reduzieren. Das Erleben, das Bewusstsein, der Inhalt ist fast ein Fachgebiet für sich selbst. Man kann nur hoffen, dass sich die Psychologie nicht teilen wird und man endgültig anerkennt, dass es beides bedarf: Forschung zum Körper, wie auch zum Geist.

Welche Themen faszinieren mich?
Ein Schlagwort: Selbsterfüllende Prophezeihungen. Überzeugungen, Glauben, etc. in ihren verschiedensten Ausprägungen leiten uns und lassen uns die Welt unterschiedlich wahrnehmen. Unsere Wahrnehmung ist immens subjektiv und auf unsere aktuellen Bedürfnisse und aktivierten Skripts verzerrt. Weiterhin natürlich Gruppen. Der Mensch ist immens gruppenabhängig. Wir haben nicht nur eine, sondern zahlreiche Persönlichkeiten, die sich in Abhängigkeit des Kontexts, insbesondere der Personen um uns herum zeigen. Und das Gehirn: Zu verstehen, wie sehen funktioniert, wie verschiedene Schichten, das zusammenfallen von Neuronen, quasi Kabeln zu etwas so komplexen wie unserer Wahrnehmung werden kann, verändert die Sicht der Welt enorm.

Welchen Fächern fühle ich mich am nahsten?
Die Sozialpsychologie bleibt wichtig. Doch mein Praktikum in der Allgemeinen Psychologie und Vorlesungen in der biologischen Psychologie haben mich wieder den Grundlagenfächern näher gebracht.

Wo sehe ich meine Zukunft in der Psychologie?
Ich möchte in die Forschung. Selbst meinen Teil beitragen. Die Welt immer noch ein Stückchen besser verstehen. Es braucht ein fundiertes Wissen, um die Welt zu verändern. Und irgendwann werde ich meinen Einfluss nehmen.

Eines lässt sich ganz sicher feststellen: Auch nach 2,5 Jahren Psychologie ist mein Enthusiasmus für dieses Fach nicht zu bremsen. Ich liebe dieses Fach.

Sonntag, 28. Dezember 2014

Ess mal ein Snickers

"Ess mal ein Snickers. Immer wenn du hungrig bist, wirst du zur Diva."  Snickers-Werbung 2013.

Du bist nicht du, wenn du hungrig bist. Hinter dem Snickersslogan vom Jahre 2013 und auch 2014 steckt psychologische Wahrheit: Ein zu geringer Glucosewert erschwert die Selbstkontrolle.

Glucose, Zucker, ist ein wichtiger Baustein des Körpers. Bei Tätigkeiten, die Selbstkontrolle erfordern, sei es nun ein "sich zusammenreißen", sich zu konzentrieren, bestimmten Versuchungen zu widerstehen, etc. wird Glucose verbraucht. Mit abnehmender Glucose im Blut schwinden auch die Fähigkeiten sich selbst zu regulieren.

Selbstregulationsfähigkeiten sind enorm wichtig für den Menschen. Anders als man erwarten würde, ist nicht ein hoher Selbstwert, sondern hohe Selbstregulationsfähigkeiten ausschlaggebend für das persönliche Wohlbefinden. Selbstkontrolle, Selbstregulation verhindern weiterhin auch depressive Gedanken und halten somit den Geist gesund.

Zum Abschluss sei gesagt: Seinen Blutzucker hoch genug zu halten ist wichtig. Also verzichtet nicht aufs Frühstück oder andere Mahlzeiten, sondern gönnt euch das Essen und freut euch darüber, dass ihr etwas gutes für eure Psyche und euer Leben tut.