Die Welt ist im Wandel und das Parteiensystem verändert sich. Die deutsche SPD und andere sozialdemorkatische Parteien müssen sich anpassen, verändern, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden. Hier möchte ich ein paar Punkte präsentieren, die für eine künftige Sozialdemokratie wichit sein könnten:
EUROPA
Zuerst genannt, da er unglaublich wichtig ist. Die Globalisierung ist mehr oder weniger vollendet. Heute spielt der Wettbewerb von Firmen innerhalb der Landesgrenze eine weitaus geringere Rolle als früher. Ein isolierter einzelner Staat kann wenig bewegen, da er auf die Entscheidungen anderer Staaten stets reagieren muss. Dies führt zu einer Einschränkung der Handlungsfreiheit des Staates.
Daher braucht es eine Reform der EU, eine Erweiterung der EU in Richtung eines echten Staates. Die EU braucht eine Regierung, die sich für die Interessen der europäischen Bürger in ganz Europa und der Welt einsetzt. Hierfür braucht es eine Ermächtigung der Europaparlaments. Hierzu braucht es ein Initiativrecht des Europaparlements und den Grundsatz: "Europarecht bricht Landesrecht". Das europäische Parlament muss demoraktisch legimentiert werden, sodass es eine legitime Regierung entsenden kann, die sich um die Wirtschaft, soziale Absicherung, Sicherheit und Entwicklung Europas kümmert.
Nur ein starkes, handlungsfähiges Europa kann in der globalisierten Welt unsere Interessen durchsetzen. Nur ein starkes, handlungsfähiges Europa kann Ungerechtigkeit seien sie wirtschaftlich, militärisch oder humanitär beheben.
Die Sozialdemokratien müssen die europhilen Parteien der EU werden. Die Sozialdemokratie muss sich effektiv für europäische Lösungen einsetzen, wo es europäischer Lösungen bedarf. Wir dürfen keine nationalen vor europäischen Interessen stellen.
GROSSKONZERNE
Die Wirtschaft wird in vielen Branchen von wenigen riesigen Konzernen oder Konzerngruppen dominiert. Gerne sitzen diese in Amerika und beziehen sich auf US-Recht und entziehen sich unserer Kontrolle. Weiterhin hinterziehen sie gerne Steuern über Steueroasen und nutzen eine jedes Schlupfloch, das ihren Interessen dient.
Die Sozialdemokratien sollten sich dafür einsetzen, dass diese Firmen einen einen Sitz in der EU haben. Auch müssen Internetfirmen dazu gezwungen werden Server in Europa einzurichten, sodass die Daten der europäischen Bürger in europäischer Hand sind. Globalisierung darf nicht bedeuten sich der staatlichen Kontrolle zu entziehen. Konzerne dürfen nicht die Welt regieren.
Konzerne müssen auch dazu gezwungen werden in dem Staat ihre Steuern zu zahlen, in dem sie ihre Waren loswerden. Alternativ muss eine europäische Steuer eingeführt werden, die auf die europäischen Regionen fair und umsatzgetreu verteilt werden. Steuerdeals mit harsch bestraft und unterbunden werden.
EIGENTUM VERPFLICHTET
Wer besitzt hat eine gesellschaftliche Verantwortung. Wer dieser Verantwortung nicht gerecht wird, dem muss sie entzogen werden: Konzerne und Banken, die bankrott gehen, weil sie scheiße gewirtschaftet haben dürfen gerettet werden, aber nur wenn ihr Eigentum an den Staat über geht. Wenn eine ganze Branche, eine Großzahl an Menschen am Überleben eines Konzern angewiesen sind, dann müssen sie auch gesellschaftlich kontrolliert werden können.
Wenn eine Firma wie VW mit unlauteren Mitteln Gewinne erzielt und dann wenn es rauskommt im freien Fall ist, dann darf ihre wichtige Position für Deutschland kein Kritierum sein, dass man sie nicht bestraft. Eine solche Firma muss ihre Schulden an die Gesellschaft zurückzahlen und wenn sie das nicht kann wird sie verstaatlicht. Zudem sollten Manager auch privat haften können, wenn sie eine Firma in den Ruin treiben.
Eigentum verpflichtet. Dieser Grundsatz muss viel stärker beachtet werden um die Auswüchsen des Kapitalismus gerecht zu werden.
DIGITALISIERUNG
Die Digitalisierung ist eine gute Sache. Von der Digitialsierung können viele Menschen enorm profitieren, daher ist es wichtig Spielregeln dafür aufzustellen. Es kann nicht sein, dass wenn eine Firma 50 % der Zeit spart, weil sie vermehrt Software nutzt, dies nicht beim Arbeitnehmer ankommt. Wenn man durch Digitalisierung und Einsatz von Robotoren die Gewinne erhöhen kann bei geringeren zeitlichen Aufwand, dann muss dies für die Arbeitnehmer mit kräftigen Lohnzuwäschen und Reduzierungen der Arbeitszeit verbunden sein.
Die Digitalisierung kann uns enorme neue Freiheiten und Verbesserungen der Lebensqualität bringen. Mehr Zeit für die Familie, Freunde und Freizeit. Mehr Zeit sich zu erholen. Die Digitalisierung darf nicht einseitig für Konzerninteressen genutzt werden. Digitalisierung darf nicht mit einer Verschlechterung des Arbeitsbedingungen und einem riesigen Abbau von Arbeitsplätzen verbunden werden.
Und na klar: Alter braut endlich die Internetleitungen aus! Kackegal wie viel es kostet.
SOZIALE ABSICHERUNG
Soziale Absicherung heißt in der modernen Welt sich weiterbilden zu können und müssen. Bildung ist der Schlüssel für unseren Wohlstand. Damit dies gelingt müssen Menschen auch in der Lage sein sich weiterbilden zu können. Hierfür ist vor allem finanzielle Absicherung gefragt.
Ein bedingungsloses Grundeinkommen oder ähnliche Konzepte können hier helfen. Ein Mensch muss seine Arbeit unterbrechen können ohne dass er zu tief fällt. Nur dann werden sich noch mehr Menschen weiterbilden. Die Sozialdemokratie muss sich dafür einsetzen, dass der Staat sich um die Zukunft seiner Bürger kümmert und dies nicht dem Privatwesen überlassen.
Soziale Absicherung muss sich immer an den Armen orientieren. Es geht darum, dass der wenig hat immernoch genug hat um zu überleben und teilzuhaben. Bei künftigen Rentenkonzepten braucht es nicht darum gehen, dass das monatliche Einkommen ausreicht, dass Bonzen weiter einen bonzigen Lebensstil haben können. Eine künftige Rente muss für den Armen hoch genug sein. Reiche können sich immer irgendwie selbst versorgen.
Ganz wichtig: Nur wer viel hat, kann sich Rücklagen anlegen. Aus Vermögen lässt sich nur mehr Vermögen erzielen, wenn man das Geld nicht direkt benötigt. Ein Armer ist nicht zu blöd sich Aktien zu kaufen. Er kann es sich schlicht nicht leisten. Armut bedeutet, dass wenn du dir eine neuen Waschmaschine kaufst, du für sehr lange Zeit kein Geld für einen neuen Fernseher, ein Auto, etc. haben wirst. Soziale Absicherung muss sich an der unteren Hälfte der Gesellschaft orientieren, nicht an der oberen.
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Samstag, 17. Februar 2018
Montag, 10. April 2017
On the Road to A & O
Populismus, Ausbeutung, Europafeindlichkeit, Rassismus, neoliberaler Wahnsinn. Die Liste kann beliebig erweitert werden. Es handelt sich hierbei um Gründe politisch aktiv zu werden. Ein kluger Mensch muss politisch sein. Ein kluger Mensch muss sein Wissen anwenden, um damit der Menschheit zu dienen. Denn ich lebe nicht allein auf dieser Welt.
Die Psychologie verfolgt grundsätzlich einen Individualansatz, insbesondere die Psychotherapie. Hilfe in individuellen Problemen, Hilfe eigene psychische Dynamiken zu durchbrechen, oder sie zu akzeptieren. Man zielt auf das individuelle Glück. So tun das auch viele Psychologen und Psychologinnen. Man zieht sich zurück aus der großen komplexen Welt und befasst sich mit seinem eigenen begrenzten Horizont. Denn geht es mir jetzt gut, dann ist das gut. Damit kann ich nichts anfangen.
Das Schlechte sitzt tiefer. Das Schlechte ist systematisch in unserer Gesellschaft vorhanden. Wir leben bestimmte Normen und sozialisieren unsere Kinder in sie hinein. Wenn Schlechtes resultiert doktern wir an den Symptomen herum, anstatt große Lösungen anzugehen: denn sie scheinen uns schwer bis unmöglich umsetzbar. Angela Merkel prägt das Wort der Alternativlosigkeit. Ihr politischer Stil und ihre Haltung zur Welt haben sich in den langen Jahren ihres Regierens in unseren Köpfen festgesetzt. Es gibt keine Alternativen, wir können es nur so machen. Alles andere ist zu teuer, es gibt keine Mehrheiten, es dauert zu lange, etc.. Das ist Schwachsinn.
Ich kann niemals die Union wählen. Trotz ihres Linksdrucks sind sie konservativ, sie wollen nichts verändern. Aber nur durch Veränderung kann es besser werden, nur durch Veränderung kann man auch in Zukunft hohen Wohlstand erwirtschaften. Ich bin progressiv, liberal und sozial eingestellt. Mein Horizont ist auch auf die weitere Zukunft ausgerichtet. Unsere gegenwärtige gesellschaftliche Form ist gegenwartsorientiert. Wir leisten jetzt alles und die Zukunft ist uns egal. Aber wo führt das hin? Zu einer breiten Ausprägung sogenannter "Burnouts" - oder realistischer ausgedrückt Depressionen? Man erzählt uns soziale Absicherung wäre in der Globalisierung nicht mehr möglich. Aber das ist Schwachsinn. Das ist neoliberale Lehre, die auf nichts als haltlosen Theorien fußt.
Was hat das nun alles mit mir als angehender Psychologe zu tun? Es gibt verschiedene Gründe für eine Entwicklung in mir, die unter anderem die obigen Punkte miteinschließt: Es treibt mich in die Arbeitspsychologie. Der Schutz der Humanität, der Schutz vor psychischen Störungen, die Möglichkeit zur nachhaltigen persönlichen Entwicklung - das ist humanistische Arbeitspsychologie. Da möchte ich hin. Es ist meine Verpflichtung und mein Wunsch die Welt zu verbessern. In der Forschung bin ich vermutlich zu defensiv. Ich weiß noch nicht wo genau ich landen werde. Doch es wird wohl im A & O Bereich sein. In einer Position mit der ich die Menschen schützen kann.
Die Welt ist schlecht. Aber der Grad der Schlechtheit liegt in unserem Händen.
Die Psychologie verfolgt grundsätzlich einen Individualansatz, insbesondere die Psychotherapie. Hilfe in individuellen Problemen, Hilfe eigene psychische Dynamiken zu durchbrechen, oder sie zu akzeptieren. Man zielt auf das individuelle Glück. So tun das auch viele Psychologen und Psychologinnen. Man zieht sich zurück aus der großen komplexen Welt und befasst sich mit seinem eigenen begrenzten Horizont. Denn geht es mir jetzt gut, dann ist das gut. Damit kann ich nichts anfangen.
Das Schlechte sitzt tiefer. Das Schlechte ist systematisch in unserer Gesellschaft vorhanden. Wir leben bestimmte Normen und sozialisieren unsere Kinder in sie hinein. Wenn Schlechtes resultiert doktern wir an den Symptomen herum, anstatt große Lösungen anzugehen: denn sie scheinen uns schwer bis unmöglich umsetzbar. Angela Merkel prägt das Wort der Alternativlosigkeit. Ihr politischer Stil und ihre Haltung zur Welt haben sich in den langen Jahren ihres Regierens in unseren Köpfen festgesetzt. Es gibt keine Alternativen, wir können es nur so machen. Alles andere ist zu teuer, es gibt keine Mehrheiten, es dauert zu lange, etc.. Das ist Schwachsinn.
Ich kann niemals die Union wählen. Trotz ihres Linksdrucks sind sie konservativ, sie wollen nichts verändern. Aber nur durch Veränderung kann es besser werden, nur durch Veränderung kann man auch in Zukunft hohen Wohlstand erwirtschaften. Ich bin progressiv, liberal und sozial eingestellt. Mein Horizont ist auch auf die weitere Zukunft ausgerichtet. Unsere gegenwärtige gesellschaftliche Form ist gegenwartsorientiert. Wir leisten jetzt alles und die Zukunft ist uns egal. Aber wo führt das hin? Zu einer breiten Ausprägung sogenannter "Burnouts" - oder realistischer ausgedrückt Depressionen? Man erzählt uns soziale Absicherung wäre in der Globalisierung nicht mehr möglich. Aber das ist Schwachsinn. Das ist neoliberale Lehre, die auf nichts als haltlosen Theorien fußt.
Was hat das nun alles mit mir als angehender Psychologe zu tun? Es gibt verschiedene Gründe für eine Entwicklung in mir, die unter anderem die obigen Punkte miteinschließt: Es treibt mich in die Arbeitspsychologie. Der Schutz der Humanität, der Schutz vor psychischen Störungen, die Möglichkeit zur nachhaltigen persönlichen Entwicklung - das ist humanistische Arbeitspsychologie. Da möchte ich hin. Es ist meine Verpflichtung und mein Wunsch die Welt zu verbessern. In der Forschung bin ich vermutlich zu defensiv. Ich weiß noch nicht wo genau ich landen werde. Doch es wird wohl im A & O Bereich sein. In einer Position mit der ich die Menschen schützen kann.
Die Welt ist schlecht. Aber der Grad der Schlechtheit liegt in unserem Händen.
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Sonntag, 3. April 2016
Wer will ich sein, wo will ich hin, was möchte ich machen in der Zukunft?
2. Semester im Master. Das erste Semester war Krise. Zu wenig zu tun, kein Ziel, keine Aussicht auf Lösung. Die Frage war, was ist die Frage, für was muss ich Antworten finden? Der Mensch schreitet voran, zweifelt und weiß nicht woran. Nun weiß ich es. Es ist die ewige Frage, der ewige Konflikt der Zukunft. Was will ich sein? Wo will ich hin? Was ist mir wichtig? Was soll meine Position in der Gesellschaft sein.
Der Zeit sind meine Gedanken reichlich egal: Die Sonne geht auf und unter, Prüfungen kommen, Monate gehen. Es ist scheiße plötzlich an den eigenen Plänen zu zweifeln. Wenn man glaubt bereits seinen Weg gefunden zu haben, aber die Alternativen nicht vergessen kann. Wenn man nicht weiß, ob es dieser Weg ist, der einen glücklich macht.
Wer will ich sein? Möchte ich eine Führungspersönlichkeit sein? Oder möchte ich mein Leben einfach nur genießen? Möchte ich den ganzen Tag beschäftigt sein, um nach einem höheren Zweck - dem Verändern der Gesellschaft zu streben, oder möchte ich möglichst viel Freizeit haben und meine Freundschaften pflegen? Und überhaupt: Werden meine Freunde und meine Tätigkeit an einem gemeinsamen Ort sein? Was mich zur zweiten Frage bringt.
Wo will ich hin? Möchte ich in Innsbruck bleiben? Ist es die Stadt, die ich liebe, die Berge und die Natur oder sind es nur die Menschen, die hier leben? Wenn meine Freunde in alle Himmelsrichtungen ziehen, werde ich hier glücklich sein, selbst wenn ich das tue, was mir am besten gefällt? Und kann ich hier überhaupt all meinen Zielen nachgehen? Ist es möglich meinen Anteil an der Veränderungen der Welt zu bringen, wenn ich abseits zwischen den Bergen sitze, an einem Ort, der warm und schön ist, doch die Weltgeschichte nicht interessiert?
Was sind die Alternativen? Zurück nach Hause? Wohl kaum, dort gibt es nichts, nur meine Familie und Menschen, die ich liebe. Oder ist es das was ich will? Welche Stadt, welcher Ort soll der richtige für mich sein? Kann ich überhaupt in einer Stadt langfristig glücklich sein? Oder will ich womöglich doch zurück aufs Land?
Wenn alle Innsbruck verlassen, wenn ich meine Ziele verfolgen will und die garantierte Möglichkeit auf Menschen die ich mag erhalten will, gibt es dann eine andere Stadt als Ulm, die in Frage kommt? Nur ist Ulm das Ziel? Kann ich Innsbruck wirklich verlassen, solange hier noch Menschen sind, die auf meiner Wellenlänge sind und die ich ebenso liebe?
Es ist die entscheidende Frage der Zukunft. Was will ich machen? Möchte ich ein Wissenschaftler sein? Oder muss ich doch in die Politik streben, um die Welt zu verändern? Oder möchte ich ein langweiliges Standard-Leben führen, niemand besonderes sein, mich nicht von der Masse abheben, einfach nur meine täglichen Aufgaben bestreiten und den Rest in Beziehung, Freunde und Familie investieren?
Wenn ich Wissenschaftler werde, was ist das richtige Forschungsgebiet für mich? Ich dachte, ich möchte immer mehr wissen, dem Leib-Seele-Problem auf die Spur kommen und die Psyche im Gesamten verstehen. Raus aus dem Baum, zurück zur Beurteilung des Waldes. Doch wo ist meine Motivation geblieben? Wo ist mein Antrieb und Enthusiasmus die großen Fragen zu lösen? Ist dieses Thema tatsächlich nicht auf mein Leib geschrieben? Bzw. für was interessiere ich mich genau? Welche große Frage möchte ich im Detail lösen? Ich bin unentschlossen. Flirte mit dem Bayerneffekt. Back to the roots. Aber nicht ganz. Therapie reizt mich nicht, so viel weiß ich.
Ist es nur eine kurze Krise, eine dieser Quarterlife-Krisen, von denen ich gehört habe? Ich stehe weit oben auf dem Podest, kann die Kreuzung am Gipfel fast sehen. Ich bin unentschlossen, welchen Weg ich nehmen soll. Lande ich vielleicht doch in der Arbeits- und Organisationspsychologie?
Mein Weg war stets geradlinig, mein Lebenslauf auf Forschung ausgerichtet. Der Konflikt Karriere Versus Menschen wurde jedes Mal zugunsten der Karriere entschieden. Ich stehe am Scheideweg und muss mich wieder entscheiden. Wer will ich sein, wo will ich hin, was möchte machen in der Zukunft?
Der Weg war das Ziel, die Ausbildung geht zuende. Bin ich schon am Ende?
Der Zeit sind meine Gedanken reichlich egal: Die Sonne geht auf und unter, Prüfungen kommen, Monate gehen. Es ist scheiße plötzlich an den eigenen Plänen zu zweifeln. Wenn man glaubt bereits seinen Weg gefunden zu haben, aber die Alternativen nicht vergessen kann. Wenn man nicht weiß, ob es dieser Weg ist, der einen glücklich macht.
Wer will ich sein? Möchte ich eine Führungspersönlichkeit sein? Oder möchte ich mein Leben einfach nur genießen? Möchte ich den ganzen Tag beschäftigt sein, um nach einem höheren Zweck - dem Verändern der Gesellschaft zu streben, oder möchte ich möglichst viel Freizeit haben und meine Freundschaften pflegen? Und überhaupt: Werden meine Freunde und meine Tätigkeit an einem gemeinsamen Ort sein? Was mich zur zweiten Frage bringt.
Wo will ich hin? Möchte ich in Innsbruck bleiben? Ist es die Stadt, die ich liebe, die Berge und die Natur oder sind es nur die Menschen, die hier leben? Wenn meine Freunde in alle Himmelsrichtungen ziehen, werde ich hier glücklich sein, selbst wenn ich das tue, was mir am besten gefällt? Und kann ich hier überhaupt all meinen Zielen nachgehen? Ist es möglich meinen Anteil an der Veränderungen der Welt zu bringen, wenn ich abseits zwischen den Bergen sitze, an einem Ort, der warm und schön ist, doch die Weltgeschichte nicht interessiert?
Was sind die Alternativen? Zurück nach Hause? Wohl kaum, dort gibt es nichts, nur meine Familie und Menschen, die ich liebe. Oder ist es das was ich will? Welche Stadt, welcher Ort soll der richtige für mich sein? Kann ich überhaupt in einer Stadt langfristig glücklich sein? Oder will ich womöglich doch zurück aufs Land?
Wenn alle Innsbruck verlassen, wenn ich meine Ziele verfolgen will und die garantierte Möglichkeit auf Menschen die ich mag erhalten will, gibt es dann eine andere Stadt als Ulm, die in Frage kommt? Nur ist Ulm das Ziel? Kann ich Innsbruck wirklich verlassen, solange hier noch Menschen sind, die auf meiner Wellenlänge sind und die ich ebenso liebe?
Es ist die entscheidende Frage der Zukunft. Was will ich machen? Möchte ich ein Wissenschaftler sein? Oder muss ich doch in die Politik streben, um die Welt zu verändern? Oder möchte ich ein langweiliges Standard-Leben führen, niemand besonderes sein, mich nicht von der Masse abheben, einfach nur meine täglichen Aufgaben bestreiten und den Rest in Beziehung, Freunde und Familie investieren?
Wenn ich Wissenschaftler werde, was ist das richtige Forschungsgebiet für mich? Ich dachte, ich möchte immer mehr wissen, dem Leib-Seele-Problem auf die Spur kommen und die Psyche im Gesamten verstehen. Raus aus dem Baum, zurück zur Beurteilung des Waldes. Doch wo ist meine Motivation geblieben? Wo ist mein Antrieb und Enthusiasmus die großen Fragen zu lösen? Ist dieses Thema tatsächlich nicht auf mein Leib geschrieben? Bzw. für was interessiere ich mich genau? Welche große Frage möchte ich im Detail lösen? Ich bin unentschlossen. Flirte mit dem Bayerneffekt. Back to the roots. Aber nicht ganz. Therapie reizt mich nicht, so viel weiß ich.
Ist es nur eine kurze Krise, eine dieser Quarterlife-Krisen, von denen ich gehört habe? Ich stehe weit oben auf dem Podest, kann die Kreuzung am Gipfel fast sehen. Ich bin unentschlossen, welchen Weg ich nehmen soll. Lande ich vielleicht doch in der Arbeits- und Organisationspsychologie?
Mein Weg war stets geradlinig, mein Lebenslauf auf Forschung ausgerichtet. Der Konflikt Karriere Versus Menschen wurde jedes Mal zugunsten der Karriere entschieden. Ich stehe am Scheideweg und muss mich wieder entscheiden. Wer will ich sein, wo will ich hin, was möchte machen in der Zukunft?
Der Weg war das Ziel, die Ausbildung geht zuende. Bin ich schon am Ende?
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