Bundestagswahl 2017. Unsere Bundeskanzlerin sagte, sie sehe keinen Handlungsbedarf bei der Rente bis 2030. Sag a mal - gehts noch?
2030 - noch ganze 13 Jahre sollen wir also weiter wursteln. Das sehe ich doch ganz anders. Ganz wichtig, mir geht es hier nicht um die Präferenz für eine bestimmte Rentenposition. Mir geht es um Planungssicherheit. Vollkommen egal, ob ich einmal 50 %, oder 40 % oder 1000 Euro mit 60, 67, 70 oder 80 Jahren bekomme muss ich doch die Möglichkeit haben mich auf meinen Ruhestand vorzubereiten.
Es kann doch nicht sein, dass ich jetzt über 10 Jahre in die Rentenkasse einzahle im Glauben, dass ich einmal etwas davon zurückbekomme. Und dann heißt es plötzlich: Pech. Wir machens jetzt anders. Du hast über 10 Jahre Fehlinvestitionen begangen. Nein, das kann nicht wahr sein.
Schlimmer noch ist es für andere Menschen. Ich als angehender Akademiker kann vermutlich mit meinem Gehalt aus dem oberen Drittel 10 Jahre Täuschung noch ausgleichen, aber wie sollen das all die Menschen machen, die nicht studieren? Bürger in meinem Alter haben schon mit 15 oder 16 ihre Ausbildung begonnen - sie zahlen bereits gute 10 Jahre in die Kasse ein. Bis 2030 sind bei über 20 Beitragsjahren! Ihnen dann ihre Rente zu rauben ist nicht nur ethisch inkorrekt, es ist einfach nur absolut arschlochhaft. Es ist eine Haltung von oben herab. Als Bundeskanzler mit gesicherter Pension muss man sich ja nicht sorgen ums Geld.
Wie - wie sollen bitte Menschen mit 1000 bis 1500 Euro Nettoeinkommen 20 Jahre aufholen? Kann mir das irgendeiner erklären? Heute nicht an die Rente der Generation Y zu denken ist Wählerverarsche, kurzfristiges denken und ängstlich. Wir müssen HEUTE etwas für unsere Zukunft tun. Wenn wir einmal alt sind ist es zu spät.
Darum liebe Menschen unter 30 denkt nochmal genau darüber nach, ob eure aktuelle Zufriedenheit mit der wirtschaftlichen Lage Deutschland wirklich ausreicht um Angela Merkel und die CDU zu wählen. Wenn ihr das bejahen könnt, dann beschwert euch aber bitte nicht in 13 Jahren darüber, dass man eure Rente streicht.
Montag, 28. August 2017
Montag, 10. April 2017
On the Road to A & O
Populismus, Ausbeutung, Europafeindlichkeit, Rassismus, neoliberaler Wahnsinn. Die Liste kann beliebig erweitert werden. Es handelt sich hierbei um Gründe politisch aktiv zu werden. Ein kluger Mensch muss politisch sein. Ein kluger Mensch muss sein Wissen anwenden, um damit der Menschheit zu dienen. Denn ich lebe nicht allein auf dieser Welt.
Die Psychologie verfolgt grundsätzlich einen Individualansatz, insbesondere die Psychotherapie. Hilfe in individuellen Problemen, Hilfe eigene psychische Dynamiken zu durchbrechen, oder sie zu akzeptieren. Man zielt auf das individuelle Glück. So tun das auch viele Psychologen und Psychologinnen. Man zieht sich zurück aus der großen komplexen Welt und befasst sich mit seinem eigenen begrenzten Horizont. Denn geht es mir jetzt gut, dann ist das gut. Damit kann ich nichts anfangen.
Das Schlechte sitzt tiefer. Das Schlechte ist systematisch in unserer Gesellschaft vorhanden. Wir leben bestimmte Normen und sozialisieren unsere Kinder in sie hinein. Wenn Schlechtes resultiert doktern wir an den Symptomen herum, anstatt große Lösungen anzugehen: denn sie scheinen uns schwer bis unmöglich umsetzbar. Angela Merkel prägt das Wort der Alternativlosigkeit. Ihr politischer Stil und ihre Haltung zur Welt haben sich in den langen Jahren ihres Regierens in unseren Köpfen festgesetzt. Es gibt keine Alternativen, wir können es nur so machen. Alles andere ist zu teuer, es gibt keine Mehrheiten, es dauert zu lange, etc.. Das ist Schwachsinn.
Ich kann niemals die Union wählen. Trotz ihres Linksdrucks sind sie konservativ, sie wollen nichts verändern. Aber nur durch Veränderung kann es besser werden, nur durch Veränderung kann man auch in Zukunft hohen Wohlstand erwirtschaften. Ich bin progressiv, liberal und sozial eingestellt. Mein Horizont ist auch auf die weitere Zukunft ausgerichtet. Unsere gegenwärtige gesellschaftliche Form ist gegenwartsorientiert. Wir leisten jetzt alles und die Zukunft ist uns egal. Aber wo führt das hin? Zu einer breiten Ausprägung sogenannter "Burnouts" - oder realistischer ausgedrückt Depressionen? Man erzählt uns soziale Absicherung wäre in der Globalisierung nicht mehr möglich. Aber das ist Schwachsinn. Das ist neoliberale Lehre, die auf nichts als haltlosen Theorien fußt.
Was hat das nun alles mit mir als angehender Psychologe zu tun? Es gibt verschiedene Gründe für eine Entwicklung in mir, die unter anderem die obigen Punkte miteinschließt: Es treibt mich in die Arbeitspsychologie. Der Schutz der Humanität, der Schutz vor psychischen Störungen, die Möglichkeit zur nachhaltigen persönlichen Entwicklung - das ist humanistische Arbeitspsychologie. Da möchte ich hin. Es ist meine Verpflichtung und mein Wunsch die Welt zu verbessern. In der Forschung bin ich vermutlich zu defensiv. Ich weiß noch nicht wo genau ich landen werde. Doch es wird wohl im A & O Bereich sein. In einer Position mit der ich die Menschen schützen kann.
Die Welt ist schlecht. Aber der Grad der Schlechtheit liegt in unserem Händen.
Die Psychologie verfolgt grundsätzlich einen Individualansatz, insbesondere die Psychotherapie. Hilfe in individuellen Problemen, Hilfe eigene psychische Dynamiken zu durchbrechen, oder sie zu akzeptieren. Man zielt auf das individuelle Glück. So tun das auch viele Psychologen und Psychologinnen. Man zieht sich zurück aus der großen komplexen Welt und befasst sich mit seinem eigenen begrenzten Horizont. Denn geht es mir jetzt gut, dann ist das gut. Damit kann ich nichts anfangen.
Das Schlechte sitzt tiefer. Das Schlechte ist systematisch in unserer Gesellschaft vorhanden. Wir leben bestimmte Normen und sozialisieren unsere Kinder in sie hinein. Wenn Schlechtes resultiert doktern wir an den Symptomen herum, anstatt große Lösungen anzugehen: denn sie scheinen uns schwer bis unmöglich umsetzbar. Angela Merkel prägt das Wort der Alternativlosigkeit. Ihr politischer Stil und ihre Haltung zur Welt haben sich in den langen Jahren ihres Regierens in unseren Köpfen festgesetzt. Es gibt keine Alternativen, wir können es nur so machen. Alles andere ist zu teuer, es gibt keine Mehrheiten, es dauert zu lange, etc.. Das ist Schwachsinn.
Ich kann niemals die Union wählen. Trotz ihres Linksdrucks sind sie konservativ, sie wollen nichts verändern. Aber nur durch Veränderung kann es besser werden, nur durch Veränderung kann man auch in Zukunft hohen Wohlstand erwirtschaften. Ich bin progressiv, liberal und sozial eingestellt. Mein Horizont ist auch auf die weitere Zukunft ausgerichtet. Unsere gegenwärtige gesellschaftliche Form ist gegenwartsorientiert. Wir leisten jetzt alles und die Zukunft ist uns egal. Aber wo führt das hin? Zu einer breiten Ausprägung sogenannter "Burnouts" - oder realistischer ausgedrückt Depressionen? Man erzählt uns soziale Absicherung wäre in der Globalisierung nicht mehr möglich. Aber das ist Schwachsinn. Das ist neoliberale Lehre, die auf nichts als haltlosen Theorien fußt.
Was hat das nun alles mit mir als angehender Psychologe zu tun? Es gibt verschiedene Gründe für eine Entwicklung in mir, die unter anderem die obigen Punkte miteinschließt: Es treibt mich in die Arbeitspsychologie. Der Schutz der Humanität, der Schutz vor psychischen Störungen, die Möglichkeit zur nachhaltigen persönlichen Entwicklung - das ist humanistische Arbeitspsychologie. Da möchte ich hin. Es ist meine Verpflichtung und mein Wunsch die Welt zu verbessern. In der Forschung bin ich vermutlich zu defensiv. Ich weiß noch nicht wo genau ich landen werde. Doch es wird wohl im A & O Bereich sein. In einer Position mit der ich die Menschen schützen kann.
Die Welt ist schlecht. Aber der Grad der Schlechtheit liegt in unserem Händen.
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Dienstag, 27. Dezember 2016
Jahresrückblick 2016 - Die Mitte des Masters und das beginnende Studiumsende
2016 war ein scheiß Jahr. Scheiß Anschläge. Scheiß Populisten. Siege von Nationalisten. Das elfte Jahr unter Angela Merkel. Unter diesem Hintergrund verlief das erste Jahr des Masters. Die Weltlage ist real, selbst im idyllischen Innsbruck, das umgeben von einem Kranz von Bergen vom Rest der Welt abgeschnitten scheint kann man sich dem nicht entziehen.
Blicken wir zurück aufs Studium und das Studienleben.
Was ist ein Psychologe?
Die Psychologe ist die Wissenschaft vom Verhalten und Erleben. Soweit, so gut. Aber was ist ein Psychologe? Was soll das sein, das wir werden, wenn wir mit dem Studium fertig sind? Ist es eine Art zu Denken? Sind es unsere Methoden und Kompetenzen? Ist es unser mehr oder weniger funidertes Grundlagenwissen über den Menschen? Es ist schwer zu sagen. Ein Psychologe ist wohl das Resultat aus dem absolvierten Studienplan. Ein Mensch der sich vielleicht Gedanken gemacht hat oder einfach nur Bulimielernen betrieben hat und meint wir brauche das alles sowieso nicht.
Was ist ein guter Psychologe?
Eine weitere wichtige Frage. Je weiter das Studium voranschritt, desto mehr werden Differenzen mit anderen Kommillitonen offensichtlicher. Viele wollen Therapeut werden. Sie hinterfragen das Studium. Sind wohl eher unzufrieden als zufrieden damit. Ob diese Studenten gute Therapeuten werden ist eine Frage, die sich noch zeigen wird, ob sie gute Psychologen sind, ist eine andere Frage. Psychologie ist eine Naturwissenschaft. Eine Naturwissenschaft, die auch geisteswissenschaftliche Anteile hat. Eine Wissenschaft über den Menschen, die wenig am Einzelfall interessiert ist. Ein guter Psychologe ist methodisch stark. Er arbeitet ethisch korrekt. Er kennt die Grenzen psychologischen Erkenntnis, resigniert aber nicht an ihen. Ein resignierter Psychologe, also jemand der glaubt er wüsste nichts und könnte nichts, der wird in der realen Welt wahrscheinlich scheitern.
Was ist für die Psychotherapie von Relevanz?
Liebe Freunde. Ja es stimmt, die Beziehung zwischen Therapeut und Klient ist das wichtigste Element einer Therapie. Aber ohne Methodik, ohne Plan und ohne Überzeugung von der Therapiemethode wird man diese therapeutische Allianz nicht herstellen. Es ist nicht scheißegal, was man mit Menschen macht. Diese Vorstellung ist mehr als ethisch fragwürdig. Menschen haben verschiedene Bedürfnisse und Weltvorstellungen. Für Therapeuten ist es wichtig methodisch gut zu sein. Es reicht nicht aus ein netter empathischer Mensch zu sein. Das unterscheidet einen Therapeuten von einem guten Freund. Ein Therapeut arbeitet mit einer fundierten Methode zielorientiert an einem Problem und schenkt nicht nur Wärme und Verständnis. Eine notwendige Bedingung - die therapeutische Allianz - ist notwendig aber eben nicht allein ausreichend.
Was halte ich von Arbeits- und Organisationspsychologie?
Ich habe es kategorisch ausgeschlossen in die A & O Richtung zu gehen. Nein, viele von uns haben es kategorisch ausgeschlossen. Und einige, wie ich tun das jetzt nicht mehr. In A & O kann man Geld verdienen - ekelhafte Vorstellung, dass das für einen Psychologen von Belang ist, aber dennoch wichtig. A & O steht vor der psychischen Störung. A & O bietet einen Haufen Möglichkeiten zu intervenieren. A & Oler sind als Humanisten so etwas wie ein Gegenpol zu den "kalten" tayloristischen Wirtschaftswissenschaftler. Wir haben Verantwortung. Wenn wir uns vor der Privatwirtschaft scheuen, wird ein Mensch unsere Stellungen einnehmen, der dafür wahrscheinlich schlechter qualifiziert ist wie wir. Und wir verlieren eine Möglichkeit der Partizipation an der realen Welt da draußen.
Welche Themen faszinieren mich am meisten?
Ich interessiere mich nach wie vor für viel grundlegendes vom Menschen, von der Psyche. Psyche ist wissenschaftlich fassbar. Man wird nie alles vorhersagen können. Aber nicht weil die Psyche so komplex und undurchschaubar ist und jeder Mensch individuell, sondern weil die Umwelt komplex und unvorhersehbar ist. Der Faktor Zufall ist immens wichtig. Aber wir dürfen deshalb nicht aufhören, die Psyche immer adäquater zu beschreiben. Wir müssen außerdem raus aus dem Baum. Wir müssen an dem Ganzen arbeiten.
Wo sehe ich meine Zukunft in der Psychologie?
Eine schwierige Frage. Ich wollte bislang immer in die Forschung. Aber Forschung ist nicht leicht. Werde ich deshalb im A & O Bereich arbeiten? Ich weiß aktuell nicht viel. Ich weiß nicht worüber ich meine Masterarbeit schreiben werde, ich weiß nicht wo ich anfangen werde, wenn das Studium in gut einem Jahr endet. Wenn man sich dem Ende des Weges nähert, dann macht man sich reale Gedanken über das danach. Meine Zukunft ist noch nicht geschrieben. Wir werden sehen, wo ich lande.
Blicken wir zurück aufs Studium und das Studienleben.
Was ist ein Psychologe?
Die Psychologe ist die Wissenschaft vom Verhalten und Erleben. Soweit, so gut. Aber was ist ein Psychologe? Was soll das sein, das wir werden, wenn wir mit dem Studium fertig sind? Ist es eine Art zu Denken? Sind es unsere Methoden und Kompetenzen? Ist es unser mehr oder weniger funidertes Grundlagenwissen über den Menschen? Es ist schwer zu sagen. Ein Psychologe ist wohl das Resultat aus dem absolvierten Studienplan. Ein Mensch der sich vielleicht Gedanken gemacht hat oder einfach nur Bulimielernen betrieben hat und meint wir brauche das alles sowieso nicht.
Was ist ein guter Psychologe?
Eine weitere wichtige Frage. Je weiter das Studium voranschritt, desto mehr werden Differenzen mit anderen Kommillitonen offensichtlicher. Viele wollen Therapeut werden. Sie hinterfragen das Studium. Sind wohl eher unzufrieden als zufrieden damit. Ob diese Studenten gute Therapeuten werden ist eine Frage, die sich noch zeigen wird, ob sie gute Psychologen sind, ist eine andere Frage. Psychologie ist eine Naturwissenschaft. Eine Naturwissenschaft, die auch geisteswissenschaftliche Anteile hat. Eine Wissenschaft über den Menschen, die wenig am Einzelfall interessiert ist. Ein guter Psychologe ist methodisch stark. Er arbeitet ethisch korrekt. Er kennt die Grenzen psychologischen Erkenntnis, resigniert aber nicht an ihen. Ein resignierter Psychologe, also jemand der glaubt er wüsste nichts und könnte nichts, der wird in der realen Welt wahrscheinlich scheitern.
Was ist für die Psychotherapie von Relevanz?
Liebe Freunde. Ja es stimmt, die Beziehung zwischen Therapeut und Klient ist das wichtigste Element einer Therapie. Aber ohne Methodik, ohne Plan und ohne Überzeugung von der Therapiemethode wird man diese therapeutische Allianz nicht herstellen. Es ist nicht scheißegal, was man mit Menschen macht. Diese Vorstellung ist mehr als ethisch fragwürdig. Menschen haben verschiedene Bedürfnisse und Weltvorstellungen. Für Therapeuten ist es wichtig methodisch gut zu sein. Es reicht nicht aus ein netter empathischer Mensch zu sein. Das unterscheidet einen Therapeuten von einem guten Freund. Ein Therapeut arbeitet mit einer fundierten Methode zielorientiert an einem Problem und schenkt nicht nur Wärme und Verständnis. Eine notwendige Bedingung - die therapeutische Allianz - ist notwendig aber eben nicht allein ausreichend.
Was halte ich von Arbeits- und Organisationspsychologie?
Ich habe es kategorisch ausgeschlossen in die A & O Richtung zu gehen. Nein, viele von uns haben es kategorisch ausgeschlossen. Und einige, wie ich tun das jetzt nicht mehr. In A & O kann man Geld verdienen - ekelhafte Vorstellung, dass das für einen Psychologen von Belang ist, aber dennoch wichtig. A & O steht vor der psychischen Störung. A & O bietet einen Haufen Möglichkeiten zu intervenieren. A & Oler sind als Humanisten so etwas wie ein Gegenpol zu den "kalten" tayloristischen Wirtschaftswissenschaftler. Wir haben Verantwortung. Wenn wir uns vor der Privatwirtschaft scheuen, wird ein Mensch unsere Stellungen einnehmen, der dafür wahrscheinlich schlechter qualifiziert ist wie wir. Und wir verlieren eine Möglichkeit der Partizipation an der realen Welt da draußen.
Welche Themen faszinieren mich am meisten?
Ich interessiere mich nach wie vor für viel grundlegendes vom Menschen, von der Psyche. Psyche ist wissenschaftlich fassbar. Man wird nie alles vorhersagen können. Aber nicht weil die Psyche so komplex und undurchschaubar ist und jeder Mensch individuell, sondern weil die Umwelt komplex und unvorhersehbar ist. Der Faktor Zufall ist immens wichtig. Aber wir dürfen deshalb nicht aufhören, die Psyche immer adäquater zu beschreiben. Wir müssen außerdem raus aus dem Baum. Wir müssen an dem Ganzen arbeiten.
Wo sehe ich meine Zukunft in der Psychologie?
Eine schwierige Frage. Ich wollte bislang immer in die Forschung. Aber Forschung ist nicht leicht. Werde ich deshalb im A & O Bereich arbeiten? Ich weiß aktuell nicht viel. Ich weiß nicht worüber ich meine Masterarbeit schreiben werde, ich weiß nicht wo ich anfangen werde, wenn das Studium in gut einem Jahr endet. Wenn man sich dem Ende des Weges nähert, dann macht man sich reale Gedanken über das danach. Meine Zukunft ist noch nicht geschrieben. Wir werden sehen, wo ich lande.
Mittwoch, 14. Dezember 2016
Valenz und Arousal - Emotionen in der Werkstattmetapher
Mein Modell des Alltagshandelns beschreibt in etwa die Vorstellung, die ich über die Psyche im Verlauf meines Studiums erhalten habe. Eine Frage die offen bleibt ist der Einfluss der Emotionen. Emotionen spielen in der Realität des Menschen eine zentrale Rolle und müssen daher beinah zwangsläufig Teil eines jeden guten übergeordneten Modells sein. Wie lässt sich die Emotion nun in meinem Modell unterbringen?
Grundsätzlich gibt es unterschiedliche Emotionsmodelle. Man kann mehr oder weniger die sechs Grundemotionen Freude, Ärger, Ekel, Angst, Überraschung und Trauer unterscheiden. Ein anderer Ansatz unterscheidet Emotionen in den Dimensionen Arousal und Valenz. Valenz beschreibt, ob eine Emotion eher positiv ist bzw. zu Anäherungsverhalten("Appetenz") führt oder negativ ist und Vermeidungsverhalten ("Aversion") auslöst. Arousal beschreibt das Ausmaß an Aktivierung, das eine Emotion mitbringt: Je höher das Arousal, desto mehr spüren wir die Emotion auch körperlich, desto mehr durchströmt sie uns. Ein Beispiel für hohes Arousal gepaart mit hoher (positiver) Valenz ist beispielsweise sexuelle Erregung: Das Gefühl löst Apptenz aus und macht sich stark körperlich bemerkbar. Starker Ekel beispielsweise vor einem verschimmelten Brot ist ein Beispiel für hohes Arousal gepaart mit hoher (negativer) Valenz und den resultierenden Vermeidungsverhalten.
Wie sind Emotionen nun unterzubringen in der Werkstattmetapher? Die Grundemotionen sind eher einem Aspekt des Deutens zuzuordnen: Ich empfinde Appetenz in einem bestimmten Ausmaß gegenüber einem bestimmten Objekt und interpretiere diese Kombination als Freude. Arousal und Valenz hingegen sind eher unspezifiertes Erleben, die eher ausgelöst werden von bestimmten Objekten als gedeutet werden als bestimmtes Gefühl. Sie stehen mehr oder weniger vor der Grundemotion. Dieses unspezifizierte Erleben eines Gefühls kann innerhalb der Werkstatt des Handelns an mehreren Stellen wirken.
Infragekommen zum einen die automatische Kontrollprozesse. Ein Gefühl mit negativer Valenz und erhöhtem Arousal weist das Ich darauf hin, dass irgendetwas in der aktuellen Handlung nicht stimmt. Dieses Gefühl regt das Ich an den Fehler genauer zu analysieren, also im Sinne der Werkstattmetapher den Beobachtern zu befehlen nach dem Fehler in der Handlung zu suchen.
Läuft alles glatt, so zeigt ein positives Gefühl mit geringem oder mittleren Arousal an, dass die ausgewählte Handlung funktioniert und das Ich nicht übermäßig aufmerksam sein muss: Es kann sich auf seine Beobachter und Mitarbeiter verlassen. Die Emotionen sind in diesem Kontext Experten, besonders erfahrene Mitarbeiter, die dem tätigen Monteuer, dem Ich zur Seite stehen und kontrollieren, ob die Handlung grundsäztlich zum Handlungsziel führt.
Weiterhin kommt die Werkzeugauswahl infrage. Zwar liegen Handbücher voller Informationen zu den Werkzeugen und den möglichen Situationen vor, doch wäre das detaillierte Nachlesen trotz vieler Mitarbeiter zu aufwendig, um schnell und effizient auf Ereignisse zu reagieren und entsprechende Handlungen einzuleiten. Emotionen sind hier Vorgesetze, die durch die Werkstatt laufen und den Mitarbeitern sagen, dass sie das was sie tun gut machen oder schlecht machen, d.h. die Auswahl an Werkzeugen ist die richtige, also für die Situation passend. Es resultiert ein postives Gefühl, wenn die Mitarbeiter die richtigen Werkzeuge in der richtigen Situation parat haben, während ein negatives Gefühl resultiert, wenn dies nicht der Fall ist.
Letztlich erleichtern Emotionen somit das flüssige Funktionieren in der Werkstatt, da sie Prozesse bescheunigen, in dem sie quasi mit Daumen nach oben oder unten den Mitarbeitern zeigen, ob sie richtig liegen und damit diese weniger intensiv nachdenken müssen, d.h. effizienter werden.
Grundsätzlich gibt es unterschiedliche Emotionsmodelle. Man kann mehr oder weniger die sechs Grundemotionen Freude, Ärger, Ekel, Angst, Überraschung und Trauer unterscheiden. Ein anderer Ansatz unterscheidet Emotionen in den Dimensionen Arousal und Valenz. Valenz beschreibt, ob eine Emotion eher positiv ist bzw. zu Anäherungsverhalten("Appetenz") führt oder negativ ist und Vermeidungsverhalten ("Aversion") auslöst. Arousal beschreibt das Ausmaß an Aktivierung, das eine Emotion mitbringt: Je höher das Arousal, desto mehr spüren wir die Emotion auch körperlich, desto mehr durchströmt sie uns. Ein Beispiel für hohes Arousal gepaart mit hoher (positiver) Valenz ist beispielsweise sexuelle Erregung: Das Gefühl löst Apptenz aus und macht sich stark körperlich bemerkbar. Starker Ekel beispielsweise vor einem verschimmelten Brot ist ein Beispiel für hohes Arousal gepaart mit hoher (negativer) Valenz und den resultierenden Vermeidungsverhalten.
Wie sind Emotionen nun unterzubringen in der Werkstattmetapher? Die Grundemotionen sind eher einem Aspekt des Deutens zuzuordnen: Ich empfinde Appetenz in einem bestimmten Ausmaß gegenüber einem bestimmten Objekt und interpretiere diese Kombination als Freude. Arousal und Valenz hingegen sind eher unspezifiertes Erleben, die eher ausgelöst werden von bestimmten Objekten als gedeutet werden als bestimmtes Gefühl. Sie stehen mehr oder weniger vor der Grundemotion. Dieses unspezifizierte Erleben eines Gefühls kann innerhalb der Werkstatt des Handelns an mehreren Stellen wirken.
Infragekommen zum einen die automatische Kontrollprozesse. Ein Gefühl mit negativer Valenz und erhöhtem Arousal weist das Ich darauf hin, dass irgendetwas in der aktuellen Handlung nicht stimmt. Dieses Gefühl regt das Ich an den Fehler genauer zu analysieren, also im Sinne der Werkstattmetapher den Beobachtern zu befehlen nach dem Fehler in der Handlung zu suchen.
Läuft alles glatt, so zeigt ein positives Gefühl mit geringem oder mittleren Arousal an, dass die ausgewählte Handlung funktioniert und das Ich nicht übermäßig aufmerksam sein muss: Es kann sich auf seine Beobachter und Mitarbeiter verlassen. Die Emotionen sind in diesem Kontext Experten, besonders erfahrene Mitarbeiter, die dem tätigen Monteuer, dem Ich zur Seite stehen und kontrollieren, ob die Handlung grundsäztlich zum Handlungsziel führt.
Weiterhin kommt die Werkzeugauswahl infrage. Zwar liegen Handbücher voller Informationen zu den Werkzeugen und den möglichen Situationen vor, doch wäre das detaillierte Nachlesen trotz vieler Mitarbeiter zu aufwendig, um schnell und effizient auf Ereignisse zu reagieren und entsprechende Handlungen einzuleiten. Emotionen sind hier Vorgesetze, die durch die Werkstatt laufen und den Mitarbeitern sagen, dass sie das was sie tun gut machen oder schlecht machen, d.h. die Auswahl an Werkzeugen ist die richtige, also für die Situation passend. Es resultiert ein postives Gefühl, wenn die Mitarbeiter die richtigen Werkzeuge in der richtigen Situation parat haben, während ein negatives Gefühl resultiert, wenn dies nicht der Fall ist.
Letztlich erleichtern Emotionen somit das flüssige Funktionieren in der Werkstatt, da sie Prozesse bescheunigen, in dem sie quasi mit Daumen nach oben oder unten den Mitarbeitern zeigen, ob sie richtig liegen und damit diese weniger intensiv nachdenken müssen, d.h. effizienter werden.
Dienstag, 15. November 2016
Kahneman und der Homo oeconomicus - Der Irrtum der Entscheidungsforschung
Ein für mich seit längerem recht interessantes Thema sind sogenannte Heuristiken. Heuristiken werden meist im Rahmen der Entscheidungsforschung diskutiert. Aus diesem Interesse besuche ich gegenwärtig ein Seminar zu Fehlentscheidungen und stehe nach zwei Blöcken vor einem ähnlichen Gefühl wie beim Lesen von Kahnemans Schnelles Denken, Langsames Denken.
Kahneman und ich vermute auch mein Dozent sehen den Menschen hierbei als irrationales Wesen an. Kahneman erkannte richtigerweise, dass der Mensch sich in der realen Welt nicht gemäß des rationalen homo oeconomicus verhält. Er begründete als Folge mehr oder weniger das human decicsion making, das sich mit diesen Besonderheiten des menschlichen Entscheidens auseinandersetzt. Es werden Mechanismen erforscht, die den Menschen zu irrationalen Fehlentscheidungen verleiten. Diese werden als Heuristiken bezeichnet.
Das Erforschen von Mechanismen der menschlichen Entscheidungen ist an und für sich vollkommen legitim. Das Leitbild Kahnemans und meines Dozenten jedoch nicht. Es wird richtig erkannt, dass der Mensch sich nicht gemäß des homo oeconomicus verhält, es wird richtig geschlossen, dass dieses den Menschen schlecht erklären kann. Logische Folge wäre an dieser Stelle sich vom Menschenbild des homo oeconomicus zu verabschieden. Das geschieht aber nicht. Letztlich dreht sich die gesamte Forschung um die Frage, wie man aus dem normalen Menschen einen homo oecnomicus machen kann. Das falsche Menschenbild wird nicht verworfen, sondern bleibt weiterhin präsent. Der Mensch wird nach den Kritieren eines homo oecomicus beurteilt.
Wo liegt hierbei nun das Problem? Insgesamt sehe ich zwei wichtige Probleme. Das erste Problem liegt in der falschen Beschreibung des Menschen. Trifft ein Menschenbild nicht zu, so muss es verworfen werden und ein neues muss entworfen werden. Die Aufgabe des Psychologie ist es den Menschen zu erforschen WIE ER IST und nicht wie man einen Menschen dazu bewegen kann sich gemäß irgendeiner philosophischen Ansicht zu verhalten. Durch die Fixierung auf den homo oeconomicus entzieht man sich den wichtigen Erkenntnissen, wie ein Mensch in der realen ist und was das das zu bedeuten hat. Hier sind auch mehr oder weniger beim zweiten Problem: Der homo oecnomicus ist omnipräsent in der Gesellschaft. Das wirtschaftswissenschafltiche Menschenbild prägt unseren Alltag und richtet das gesellschaftlichen Handeln auf seine Normen aus. Diese sind jedoch nicht zwingend richtig. Rationale Entscheidungen mögen in bestimmten Lebensbereichen, z.B. der Politik wichtig sein, diese aber in alle Gesellschaftsebenen zu übertragen ist mehr als falsch und wird dem Menschen nicht gerechet. Die Entscheidungsforschung nach Kahneman bestärkt die Stellung des homo oecnomicus. Rationalität, Gewinnmaximierung, etc. sind aber nicht die einzigen Kritieren, die in einer Gesellschaft von Bedeutung sind. Genau deshalb ist es immens wichtig das Menschenbild des homo oecnomicus aus der Entscheidungsforschung zu streichen. Erkenntnisse über die reale Natur des Menschen, die nicht von vorn herein bewertet sind - und das sind sie im Lichte des homo oecnomicus - führen zu einem adäquateren Bild des Menschen und damit auch langfrsitig zu einer humaneren Gesellschaftsform.
Als Psychologe und allgemein als Wissenschaftler muss es unser Ziel sein möglichst wertefrei unsere Erkenntnisse zu generien, um die Welt besser und passender zu beschreiben und zu behandeln. Ein offensichtlich falsches Menschenbild darf nicht aufrecht erhalten werden, nur weil es vorherrschend ist. Ich kann es nur noch einmal sagen: Wir müssen die Welt und den Menschen betrachten wie er ist und nicht wie wir ihn oder sie gerne hätten.
Kahneman und ich vermute auch mein Dozent sehen den Menschen hierbei als irrationales Wesen an. Kahneman erkannte richtigerweise, dass der Mensch sich in der realen Welt nicht gemäß des rationalen homo oeconomicus verhält. Er begründete als Folge mehr oder weniger das human decicsion making, das sich mit diesen Besonderheiten des menschlichen Entscheidens auseinandersetzt. Es werden Mechanismen erforscht, die den Menschen zu irrationalen Fehlentscheidungen verleiten. Diese werden als Heuristiken bezeichnet.
Das Erforschen von Mechanismen der menschlichen Entscheidungen ist an und für sich vollkommen legitim. Das Leitbild Kahnemans und meines Dozenten jedoch nicht. Es wird richtig erkannt, dass der Mensch sich nicht gemäß des homo oeconomicus verhält, es wird richtig geschlossen, dass dieses den Menschen schlecht erklären kann. Logische Folge wäre an dieser Stelle sich vom Menschenbild des homo oeconomicus zu verabschieden. Das geschieht aber nicht. Letztlich dreht sich die gesamte Forschung um die Frage, wie man aus dem normalen Menschen einen homo oecnomicus machen kann. Das falsche Menschenbild wird nicht verworfen, sondern bleibt weiterhin präsent. Der Mensch wird nach den Kritieren eines homo oecomicus beurteilt.
Wo liegt hierbei nun das Problem? Insgesamt sehe ich zwei wichtige Probleme. Das erste Problem liegt in der falschen Beschreibung des Menschen. Trifft ein Menschenbild nicht zu, so muss es verworfen werden und ein neues muss entworfen werden. Die Aufgabe des Psychologie ist es den Menschen zu erforschen WIE ER IST und nicht wie man einen Menschen dazu bewegen kann sich gemäß irgendeiner philosophischen Ansicht zu verhalten. Durch die Fixierung auf den homo oeconomicus entzieht man sich den wichtigen Erkenntnissen, wie ein Mensch in der realen ist und was das das zu bedeuten hat. Hier sind auch mehr oder weniger beim zweiten Problem: Der homo oecnomicus ist omnipräsent in der Gesellschaft. Das wirtschaftswissenschafltiche Menschenbild prägt unseren Alltag und richtet das gesellschaftlichen Handeln auf seine Normen aus. Diese sind jedoch nicht zwingend richtig. Rationale Entscheidungen mögen in bestimmten Lebensbereichen, z.B. der Politik wichtig sein, diese aber in alle Gesellschaftsebenen zu übertragen ist mehr als falsch und wird dem Menschen nicht gerechet. Die Entscheidungsforschung nach Kahneman bestärkt die Stellung des homo oecnomicus. Rationalität, Gewinnmaximierung, etc. sind aber nicht die einzigen Kritieren, die in einer Gesellschaft von Bedeutung sind. Genau deshalb ist es immens wichtig das Menschenbild des homo oecnomicus aus der Entscheidungsforschung zu streichen. Erkenntnisse über die reale Natur des Menschen, die nicht von vorn herein bewertet sind - und das sind sie im Lichte des homo oecnomicus - führen zu einem adäquateren Bild des Menschen und damit auch langfrsitig zu einer humaneren Gesellschaftsform.
Als Psychologe und allgemein als Wissenschaftler muss es unser Ziel sein möglichst wertefrei unsere Erkenntnisse zu generien, um die Welt besser und passender zu beschreiben und zu behandeln. Ein offensichtlich falsches Menschenbild darf nicht aufrecht erhalten werden, nur weil es vorherrschend ist. Ich kann es nur noch einmal sagen: Wir müssen die Welt und den Menschen betrachten wie er ist und nicht wie wir ihn oder sie gerne hätten.
Dienstag, 4. Oktober 2016
Philosophische Grundlagen: Über die Orientierung an der Realität
Dieser Post soll eine grundsätzliche Erkenntnis in meinem Leben in den letzten Jahren veranschaulichen. Es handelt sich hierbei um die Wichtigkeit an der Orientierung an der Realität. In zahlreichen Diskussionen mit meinem Freund und Mitbewohner hat sich ein wesentlicher Unterschied in unserer Vorstellung an der Welt herauskristallisiert: Meine Gedanken zur Psychologie, zur Ethik, der Wissenschaft als auch zu vielerei anderer Grundsatzdiskussionen fußen auf der Betonung der Wichtigkeit der realen Welt.
"Man muss die Welt betrachten wie sie IST."
Unsere Gedanken können noch so edel sein, wenn wir uns von den realen Gegebenheiten zu weit entfernen sind sie nutzlos. Sich zu sehr an ein Ideal zu klammern führt letztlich zu nichts, es macht uns handlungsunfähig.
Ein gutes Beispiel ist Wissenschaftsskeptizismus: Es ist oft in der Welt der Wissenschaft vorgekommen, dass eine neue Erkenntnis viele bisherige Erkenntnisse als falsch deklariert haben und somit das gegenwärtige Weltbild erschüttert haben und gefühlt "alles" verändert haben. Beispielsweise ging man lang davon aus, dass die Sonne sich um die Erde dreht. Diese Annahme hat sich als falsch herausgestellt. Aus solchen Beispielen leitet sich eine grundsätzliche Kritik an Wissenschaft ab: "Was heute richtig ist, kann morgen widerlegt sein."
Wissenschaftliche Erkenntnisse sind somit nichts wert. Man kann ihnen nicht vertrauen, denn sie können falsch sein. Wir können uns über nichts sicher sein. Dieser Sachverhalt mag grundsätzlich seine Richtigkeit besitzen. Viele Erkenntnisse werden sich noch als falsch herausstellen. Was wir heute denken, darüber wird man in Zukunft lachen. Sich an dieses Ideal zu klammern ist dennoch kontraproduktiv. Wenn wir uns nichts sicher sein können, so verlieren wir unserer komplette Handlungsfähigkeit. Wenn alles wahr sein kann, ist nichts mehr wahr.
Die Realität birgt allerdings sehr wohl viele ziemlich wahrscheinliche Tatsachen. Wenn wir handlungsfähig bleiben wollen, müssen wir annehmen dass viele unserer Erkenntnisse die Realität widerspiegeln oder zumindest gut genug widerspiegeln. Hier sind wir an der Realitätsorientierung. Die Realität ist nicht komplett unsicher. Unser Welt kann zwar Illusion sein, aber diese Illusion ist vorhersehbar genug, dass wir viele verschiedene Handlungen vollziehen können, die zumeist sehr ähnliche Ergebnisse und Konsequenzen bringen.
Was zählt ist nicht die absolute Wahrheit, sondern dass unsere Erkenntnis gut genug ist um in der realen Welt nützlich zu sein. Es gibt Dinge, die nach bisherigem Wissensstand wahrscheinlicher sind als andere. Uns an den wahrscheinlicheren Dingen zu orientieren bringt uns die Sicherheit, die wir benötigen um Handeln zu können. Es ist besser sich zu irren, als sich der Handlungsfähigkeit zu berauben.
Ein weiteres Beispiel: Die vegane Welt. In unserer Welt werden zu viele Tiere getötet. Veganer und auch Vegetarier sind der Meinung es ist falsch Tiere zu töten. Es wird eine Welt angestrebt und vertreten in der Mensch und Tier gleichberechtigt sind Tiere nicht zum Menschenwohl getötet werden. Dies ist ein edler Gedanke. Dennoch ist er für tatsächliches Handeln recht ungeeignet. Er behandelt eine Welt die nicht existent ist. Ob ich nun selbst Fleisch esse oder nicht ändert recht wenig am Leid der Tiere in der Welt. Andere Menschen ein schlechtes Gewissen einzureden ist auch wenig hilfreich. Letztlich helfen wir mit einer solchen Weltanschauung nur unserem eigenen Gewissen, nicht aber der realen Welt. Das soll nicht bedeuten, dass man nicht vegetarisch oder gar vegan leben darf und/oder dies gut finden darf. Ich möchte lediglich darauf aufmerksam machen, dass zu sehr auf dem Gedanken der veganen Welt zu beharren für diese vegane Welt kontraproduktiv ist und uns handlungsunfähig macht. In der realen Welt leben viele Menschen, die Fleisch mögen und auf dieses nicht verzichten werden. Es ist sehr viel wahrscheinlicher und machbarer einen ökologischeren Fleischkonsum auf der Welt zu erreichen als eine fleischfreie Welt. In dem wir den Kompromiss akzeptieren können, dass ein biologischer Fleischkonsum besser ist als ein konventioneller Fleischkonsum machen wir uns und andere handlungsfähig, da dies eine verwirklichbare, relativ realitätsnahe Option ist. Verurteilen wir alle anderen Menschen und die gesamte Welt stehen wir allein da und nehmen uns die Möglichkeit tatsächlich Einfluss auf diese zu nehmen.
Philosophische Probleme sind spannend, aber oft haben sie mit der realen Welt wenig zu tun. Orientiert man sich an realen Problemen, so hat man auch die reale Option, diese wirklich lösen zu können. Befassen wir uns zu sehr mit der ideelen Welt, so verlieren wir den Bezug zur realen Welt. Doch wir leben in der realen Welt. Ein handlungsfähiger und mündiger Mensch muss Kompromisse eingehen können und seine eigenen Ideale zurückstellen können. Man muss die Welt betrachten wie sie ist.
"Man muss die Welt betrachten wie sie IST."
Unsere Gedanken können noch so edel sein, wenn wir uns von den realen Gegebenheiten zu weit entfernen sind sie nutzlos. Sich zu sehr an ein Ideal zu klammern führt letztlich zu nichts, es macht uns handlungsunfähig.
Ein gutes Beispiel ist Wissenschaftsskeptizismus: Es ist oft in der Welt der Wissenschaft vorgekommen, dass eine neue Erkenntnis viele bisherige Erkenntnisse als falsch deklariert haben und somit das gegenwärtige Weltbild erschüttert haben und gefühlt "alles" verändert haben. Beispielsweise ging man lang davon aus, dass die Sonne sich um die Erde dreht. Diese Annahme hat sich als falsch herausgestellt. Aus solchen Beispielen leitet sich eine grundsätzliche Kritik an Wissenschaft ab: "Was heute richtig ist, kann morgen widerlegt sein."
Wissenschaftliche Erkenntnisse sind somit nichts wert. Man kann ihnen nicht vertrauen, denn sie können falsch sein. Wir können uns über nichts sicher sein. Dieser Sachverhalt mag grundsätzlich seine Richtigkeit besitzen. Viele Erkenntnisse werden sich noch als falsch herausstellen. Was wir heute denken, darüber wird man in Zukunft lachen. Sich an dieses Ideal zu klammern ist dennoch kontraproduktiv. Wenn wir uns nichts sicher sein können, so verlieren wir unserer komplette Handlungsfähigkeit. Wenn alles wahr sein kann, ist nichts mehr wahr.
Die Realität birgt allerdings sehr wohl viele ziemlich wahrscheinliche Tatsachen. Wenn wir handlungsfähig bleiben wollen, müssen wir annehmen dass viele unserer Erkenntnisse die Realität widerspiegeln oder zumindest gut genug widerspiegeln. Hier sind wir an der Realitätsorientierung. Die Realität ist nicht komplett unsicher. Unser Welt kann zwar Illusion sein, aber diese Illusion ist vorhersehbar genug, dass wir viele verschiedene Handlungen vollziehen können, die zumeist sehr ähnliche Ergebnisse und Konsequenzen bringen.
Was zählt ist nicht die absolute Wahrheit, sondern dass unsere Erkenntnis gut genug ist um in der realen Welt nützlich zu sein. Es gibt Dinge, die nach bisherigem Wissensstand wahrscheinlicher sind als andere. Uns an den wahrscheinlicheren Dingen zu orientieren bringt uns die Sicherheit, die wir benötigen um Handeln zu können. Es ist besser sich zu irren, als sich der Handlungsfähigkeit zu berauben.
Ein weiteres Beispiel: Die vegane Welt. In unserer Welt werden zu viele Tiere getötet. Veganer und auch Vegetarier sind der Meinung es ist falsch Tiere zu töten. Es wird eine Welt angestrebt und vertreten in der Mensch und Tier gleichberechtigt sind Tiere nicht zum Menschenwohl getötet werden. Dies ist ein edler Gedanke. Dennoch ist er für tatsächliches Handeln recht ungeeignet. Er behandelt eine Welt die nicht existent ist. Ob ich nun selbst Fleisch esse oder nicht ändert recht wenig am Leid der Tiere in der Welt. Andere Menschen ein schlechtes Gewissen einzureden ist auch wenig hilfreich. Letztlich helfen wir mit einer solchen Weltanschauung nur unserem eigenen Gewissen, nicht aber der realen Welt. Das soll nicht bedeuten, dass man nicht vegetarisch oder gar vegan leben darf und/oder dies gut finden darf. Ich möchte lediglich darauf aufmerksam machen, dass zu sehr auf dem Gedanken der veganen Welt zu beharren für diese vegane Welt kontraproduktiv ist und uns handlungsunfähig macht. In der realen Welt leben viele Menschen, die Fleisch mögen und auf dieses nicht verzichten werden. Es ist sehr viel wahrscheinlicher und machbarer einen ökologischeren Fleischkonsum auf der Welt zu erreichen als eine fleischfreie Welt. In dem wir den Kompromiss akzeptieren können, dass ein biologischer Fleischkonsum besser ist als ein konventioneller Fleischkonsum machen wir uns und andere handlungsfähig, da dies eine verwirklichbare, relativ realitätsnahe Option ist. Verurteilen wir alle anderen Menschen und die gesamte Welt stehen wir allein da und nehmen uns die Möglichkeit tatsächlich Einfluss auf diese zu nehmen.
Philosophische Probleme sind spannend, aber oft haben sie mit der realen Welt wenig zu tun. Orientiert man sich an realen Problemen, so hat man auch die reale Option, diese wirklich lösen zu können. Befassen wir uns zu sehr mit der ideelen Welt, so verlieren wir den Bezug zur realen Welt. Doch wir leben in der realen Welt. Ein handlungsfähiger und mündiger Mensch muss Kompromisse eingehen können und seine eigenen Ideale zurückstellen können. Man muss die Welt betrachten wie sie ist.
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Freitag, 3. Juni 2016
Grundsätzliches zum Menschenbild: Das Ich ist ein Körperliches
"Das Ich ist vor allem ein Körperliches, ..."
Sigmund Freud
In diesem Beitrag befasse ich mich mal wieder mit etwas grundsätzlichem: unserem Ich. Unser Ich, das ist sind Wir, das ist unsere Geist, unsere "Seele", das sind unsere Einstellungen, Gedanken, Fähigkeiten, etc., die wir als uns zugehörig erleben. Das Ich ist das was uns ausmacht.
Schon Freud kam auf die fundamentale Erkenntnis, dass das Ich vor allem ein körperliches ist. Unser Ich ist an unserem Körper gebunden. Wir wir fühlen liegt in unserem Körper, in unserem Gehirn begründet. Bestimmte körperliche Dinge, bestimmte Ausprägungen von Botenstoffen im Gehirn, unsere Größe, unsere Anatomie hat von Anfang einen erheblichen Einfluss darauf, wie wir die Welt verarbeiten und verarbeiten können. Wir sind gleichsam Ursache als auch Ergebnis unseres Körpers.
Es ist immens wichtig zu begreifen, dass wir uns selbst nur IN uns selbst erfassen können. Unsere spezifischen Gefühle sind gekoppelt an genau jene körperlichen Merkmale, die wir haben. Sie sind gekoppelt an genau diese Hirnbahnen die stärker ausgeprägt sind, oder schwächer. Es sind genau diese Kombinationen von körperlichen Merkmalen, die wir haben, die uns letztlich zu dieser individuellen Ich-Wahrnehmung führen, die kein anderer haben kann. Unsere Angst ist eine andere Angst, wie die Angst die andere Menschen haben, da diese nicht die selben körperlichen Konstitutionen haben wie wir. Wie schnell unser Herz schlägt, wie stark sich unsere Härchen aufstellen, wie stark der Schweiß von unserer Stirn rinnt, all das macht unser Gefühl der Angst für uns spezifisch. Würden wir uns selbst, unseren "Geist" aus unserem Körper entfernen, so verliert dieser seine Realität. Unser Geist, unser Ich ist nur in diesem Körper und in keinem anderen möglich. Sollte es eines Tages möglich sein unsere Gedanken, unseren Hirninhalt in eine anderen Körper zu verpflanzen, so sind wie nicht mehr Wir-Selbst. Wir sind auch nicht der, der mit diesem Körper geboren wurde. Unser Ich und unser Körper sind eine Einheit. Wer den Körper vergisst, der verliert auch sein Ich.
Letztlich will dieser diffuse Beitrag darauf hinaus, dass wir nur wir sind, weil wir diesen Körper haben. Unsere Ich-Qualität ist eine bestimmte Körperqualität. Wir sind materiell. Das was wir als immateriall wahrnehmen ist an seine materielle Grundlage gebunden. Wird sie, die materielle Grundlage dem Immatriellen entrissen, so verliert das immatrielle, unser Ich, seine Existenz.
Sigmund Freud
In diesem Beitrag befasse ich mich mal wieder mit etwas grundsätzlichem: unserem Ich. Unser Ich, das ist sind Wir, das ist unsere Geist, unsere "Seele", das sind unsere Einstellungen, Gedanken, Fähigkeiten, etc., die wir als uns zugehörig erleben. Das Ich ist das was uns ausmacht.
Schon Freud kam auf die fundamentale Erkenntnis, dass das Ich vor allem ein körperliches ist. Unser Ich ist an unserem Körper gebunden. Wir wir fühlen liegt in unserem Körper, in unserem Gehirn begründet. Bestimmte körperliche Dinge, bestimmte Ausprägungen von Botenstoffen im Gehirn, unsere Größe, unsere Anatomie hat von Anfang einen erheblichen Einfluss darauf, wie wir die Welt verarbeiten und verarbeiten können. Wir sind gleichsam Ursache als auch Ergebnis unseres Körpers.
Es ist immens wichtig zu begreifen, dass wir uns selbst nur IN uns selbst erfassen können. Unsere spezifischen Gefühle sind gekoppelt an genau jene körperlichen Merkmale, die wir haben. Sie sind gekoppelt an genau diese Hirnbahnen die stärker ausgeprägt sind, oder schwächer. Es sind genau diese Kombinationen von körperlichen Merkmalen, die wir haben, die uns letztlich zu dieser individuellen Ich-Wahrnehmung führen, die kein anderer haben kann. Unsere Angst ist eine andere Angst, wie die Angst die andere Menschen haben, da diese nicht die selben körperlichen Konstitutionen haben wie wir. Wie schnell unser Herz schlägt, wie stark sich unsere Härchen aufstellen, wie stark der Schweiß von unserer Stirn rinnt, all das macht unser Gefühl der Angst für uns spezifisch. Würden wir uns selbst, unseren "Geist" aus unserem Körper entfernen, so verliert dieser seine Realität. Unser Geist, unser Ich ist nur in diesem Körper und in keinem anderen möglich. Sollte es eines Tages möglich sein unsere Gedanken, unseren Hirninhalt in eine anderen Körper zu verpflanzen, so sind wie nicht mehr Wir-Selbst. Wir sind auch nicht der, der mit diesem Körper geboren wurde. Unser Ich und unser Körper sind eine Einheit. Wer den Körper vergisst, der verliert auch sein Ich.
Letztlich will dieser diffuse Beitrag darauf hinaus, dass wir nur wir sind, weil wir diesen Körper haben. Unsere Ich-Qualität ist eine bestimmte Körperqualität. Wir sind materiell. Das was wir als immateriall wahrnehmen ist an seine materielle Grundlage gebunden. Wird sie, die materielle Grundlage dem Immatriellen entrissen, so verliert das immatrielle, unser Ich, seine Existenz.
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